Wann ist ein Kommentar Spam?

Wann ist ein Kommentar Spam?

Eine Sache, die das Web so richtig interessant macht und es zum Mitmach-Internet erhebt, ist die Möglichkeit, Kommentare bei Blogs und Online-Zeitungsartikeln zu hinterlassen. Im Normalfall sind diese Kommentare auch für andere Leser interessant und geben einen Hinweis darauf, wie gut oder eben auch nicht gut ein Artikel geschrieben ist. Wenn sich Leser über Formulierungen streiten, das ganze Thema anzweifeln oder sonst wie miteinander kommunizieren, kann sich daraus eine sehr angeregte online geführte Unterhaltung ergeben. Was aber, wenn die Kommentare thematisch garnichts mit dem Artikel zu tun haben? Wenn die Kommentare nur gepostet wurden, um einen Link zur eigenen Seite zu platzieren? Der heutige Webmasterfriday fragt „Wann ist ein Kommentar Spam?“. Mein Blog wird glücklicherweise nicht so sehr zugemüllt wie es offensichtlich anderen ergeht. Die meisten WordPress-Installationen halten ihren Kommentarbereich mit dem Plugin Akismet sauber. Das ist allerdings kostenpflichtig, und da ich bislang wie gesagt vom Verbalmüll der Anderen verschont geblieben bin, habe ich mir dieses Plugin bislang noch nicht gegönnt. Was ich allerdings benutze ich Spam Free WordPress von Todd Lahman. Das verrichtet seinen Dienst ziemlich gut und vernichtet bereits im vorfeld einiges, sodass ich nur sehr wenig zu sehen bekomme. Unglücklicherweise wird das Zeug gleich gelöscht, sodass es natürlich durchaus sein kann, dass mitunter auch Kommentare weggebügelt werden, die eigentlich okay sind und nur „aus Versehen“ in den Verdacht kamen, Spam zu sein. Das ist dann aber einfach Pech. Was mich bei der ganzen Frage umtreibt ist der Grund, weshalb soviel Spam herumgeschickt wird? Glauben die Versender der diversen Viagra-Angebote wirklich, dass ihnen jemand ihre blauen Pillen abkaufen wird? Gibt es da draußen wirklich Menschen, die so naiv sind zu glauben, daß die Tochter eines afrikanischen Despoten ausgerechnet sie anschreiben wird, um gegen eine Courtage von 70 Prozent ein Millionenvermögen auszulösen? Wieso also tun die Spammer das? Mein Anwalt hat mir mal erklärt, was es mit den Bankkonto-Geschichten der Diktatoren auf sich hat: meist wird man gebeten, ein Konto bei einer namentlich benannten Bank zu eröffnen, auf welches dann das unterschlagene Vermögen transferiert werden soll. Aber während eine Kontoeröffnung in Deutschland und dem weitaus größten Rest der Welt kostenlos sein dürfte, werden bei der Kontoeinrichtung bei der Despotenbank im Kleingedruckten mitunter vierstellige Summen aufgerufen, die man als Naivling mit den Dollarzeichen in den Augen überliest. Offensichtlich scheint die Masche ja zu funktionieren, sonst würden nicht soviele Despotentöchter poriberen, die unterschlagenen Kohlen ihrer Väter per Mail an den Mann zu bringen. Aber zurück zur Webmasterfriday-Frage: da meine Kommentarbox nicht so oft Ziel von Spammern wird, kann ich mir noch den Luxus erlauben, die eingegangenen Kommentare per Hand zu sortieren, um dann zu entscheiden, welche bleiben dürfen und welche totaler Schrott sind. Ob das so bleiben wird, wenn ich mal mehr Kommentare bekomme und ob ich dann noch Zeit für eine solche Sortierung haben werde, bezweifele ich. Ich werde aber aufmerksam die Beiträge der anderen Webmaster lesen, um zu sehen, wie die die Spreu vom Weizen trennen. Mehr zum Thema