Blogroll – ja oder nein?

Blogroll – ja oder nein?

Beim heutigen Webmasterfriday geht es um die Frage, wie man es mit der Blogroll hält. Die Blogroll widerum ist eine Liste mit Links zu anderen Blogs, die man selbst regelmäßig liest. Man gibt damit den eigenen Lesern einen Anhaltspunkt, von wem man sich inspirieren läßt und macht damit auch noch Werbung für die Kollegen. An sich ist das eine gute Idee. Als Jemand, der oft und viel auf den Seiten anderer Blogger unterwegs ist, sei es um Informationen zu einem speziellen Thema herauszukriegen oder um mir „einfach so“ die Meinungen anderer Leute zu unterschiedlichen dingen durchzulesen, finde ich die Blogroll sehr nützlich. Sie zeigt mir als Leser, woher der Autor seine Informationen selber bezieht und welche Quellen er regelmäßig durcharbeitet. Natürlich sind Blogs nicht die einzige Quelle eines Schreibers, aber als Hinweis, welche Art von Schreibe jemand bevorzugt, finde ich sie hilfreich. Wenn ich beispielsweise den Kommentar in der Bild am Sonntag lese, dann könnte ich mir vorstellen, daß wenn der Autor dort seine regelmäßig konsumierten Zeitungen angeben würde, ein vollständiges Bild seiner Arbeit herauskommen würde. Man würde bei einem Kommenatator in der „BamS“ eher die FAZ, die Welt oder den Bayernkurier, als etwa die Süddeutsche Zeitung, das Neue Deutschland oder die Frankfurter Rundschau. Auf meinem Blog habe ich die Blogroll belassen und nach und nach meine Lieblingsblogs hinzugefügt, eben um meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, meine Quellen zu erkunden und auch um etwas Werbung für die Kollegen zu machen. Schließlich bloggen wir ja oft „ins Blaue hinaus“ und wissen gar nicht, ob überhaupt jemand da draußen unsere Schreibe interessant findet, da kann ein bisschen Werbung untereinander garnicht schaden. Was gegen die Blogroll spricht ist die Tatsache, daß man dann in gewisser Hinsicht für die Inhalte der verlinkten Seiten mitverantwortlich wird (vergleiche Urteil des Landgerichts Hamburg und seine eigentliche Bedeutung). Sollte auf einer der Seiten, auf die man hinweist etwas ehrenrühriges stehen, dann hängt man mit drin. Aber schlimmer noch, selbst wenn juristisch nichts passieren sollte: wenn jemand über meine Blogroll auf eine Seite gelangt, auf der inhaltlich nur Mist steht, sei es, weil der Blogger einen schlehcten Tag erwischt hat, weil der Gastautor doch nicht so eine tolle Wahl war oder sonst was, dann erinnert sich der Nutzer daran, daß er über meine Blogroll überhaupt erst dorthin gekommen ist. Und schon ist der ruf meines Blog genauso in Mitleidenschaft gezogen wie der der verlinkten Seite. Man muß also diese Faktoren gegeneinander abwägen bevor man sich entschließt, die Blogroll zu nutzen oder sie ganz abzuschalten. Ich für meinen Teil behalte sie als Service bei.