Manchmal sind QR-Codes keine gute Idee

Manchmal sind QR-Codes keine gute Idee

Die sogenannten Quick Response-Codes finden seit geraumer Zeit immer häufiger Verwendung auf Postern und Flyern, um Leuten mit internetfähigen Smartphones die Möglichkeit zu geben, schneller an weitere Infos zu kommen. Dies geschieht allerdings nicht umsonst: denn ästhetisch sehen QR-Codes wie ein gezielter Schlag in die Fresse des Betrachters aus. Die schwarz-weißen Kästchen mit ihrem scheinbar unsortierten Pixelmuster taugen wirklich nicht als Aufhübschung einer Gestaltung, ob nun auf einer Broschüre oder einem Plakat. Da muss man aber als Gestalter abwägen, was einem wichtiger ist. Und meist muss man dann diesen Standpunkt auch noch gegenüber dem Auftraggeber vertreten. Dumm wirds nur, wenn man sich schon die Gestaltung durch QR-Codes versaut, wenndie häßlichen Dinger dann nicht mal funktionieren. Das muss nicht an einer falschen Codierung liegen, weil gute QR-Codierer gibts genug (etwa die internet-basierten QR-Codedienste Kaywa oder GoQR.me), sondern an etwas weitaus banalerem:
QR-Code in Aktion

QR-Code Scan in Aktion

Wenn man als Werbefuzzi nämlich eine Plakatkampagne konzipiert, die die Zielgruppe beispielsweise in Großstädten erreichen soll (weil dort auch in den meisten Fällen die Kontaktierrate auch relativ hoch sein dürfte), und dafür auch QR-Codes auf die Plakate druckt, dann ist es allerdings fatal, wenn es an den Orten, wo die Plakate hängen keine Internet-Konnektivität gibt, wie z.B. auf betonverkleideten Bahnsteigen tief unten im U-Bahnschacht. Denn ehrlich gesagt ist kaum etwas frustrierender als der vergebliche Versuch, eine URL im Netz aufzurufen und die Meldung zu erhalten, dass eine mobile Internet-Verbindung zur Zeit nicht möglich sei. Prinzipiell bin ich aber nicht gegen diese Erweiterung der Plakate. Im Gegenteil: da wo es funktioniert ist das eine wirklich gute Idee, weil man den Betrachter voll ins Geschehen hineinziehen kann. Wer vorher nur geguckt hat und dann mit Hilfe seines Smartphones guckt, was es da noch gibt, zeigt ja Interesse am Produkt bzw. der Dienstleistung, oder was auch immer beworben wird. Durch ausgeglügelte Mechanismen wie Geo-Tagging kann der Werbende sogar genau erfahren, vor welchem Plakat jemand steht und ihm damit sogar lokalisierte Angebote machen. Denkbar wären Anwendungen wie ein Plakat für eine Supermarktkette, deren QR-Code zum nächstgelegenen Markt führt, der dann die Öffnungszeiten oder die Angebote darlegt.
QR-Code dieser Seite

QR-Code dieser Seite

Nebenbei ist es vom Standpunkt des Webdesigners natürlich sinnvoll, wenn der QR-Code auf eine Seite verweist, die speziell für Smartphones angepasst ist und ohne lästigen oder unnötigen Schnickschnack auskommt, wie Flash-Animationen, die ohnehin nicht auf iPhones laufen oder zu groß dimensionierte Seiten. Aber so richtig in Gang kommt das Ganze wohl erst, wenn die Konnektivität flächendeckend gesichert ist und man keine schwarzen Flecken ohne Internetverbindung mehr vorfindet.