Das Internet hat ja gewaltige Veränderungen gebracht, im Leben der meisten Menschen genauso wie in den gesellschaftlichen Zusammenhängen und in den Tätigkeiten, die wir täglich erledigen. Ein Aspekt, der durch das Aufkommen des weltweiten Netzes sehr erschüttert wurde ist das Fernsehen. Gab es früher nur drei Programme, die man entweder gucken konnte oder nicht, gibt es heute gefühlte dreißig Vollprogramme und nochmal so viele Spartenkanäle. Und dann gibt es noch die Möglichkeit, vieles im Netz zu gucken. Da kann man dann schnell mal den Überblick verlieren. Deshalb fragt der heutige Webmasterfriday wie es ist, mit Fernsehen in Zeiten des Internet und der Bloggerei?

Radrennen im Fernsehen

Radrennen im Fernsehen

Fast alle Sender bieten ihren Zuschauern heute die Option, sich Programme zeitversetzt über das Netz anzuschauen. In diesen Mediatheken lagern Unmengen an sendefähigem Material, das auf Knopfdruck auf dem Rechner oder dem netzfähigen Fernseher daheim angezeigt werden kann.

Ob man sich in der ARD Mediathek den Tatort von vor drei Wochen nochmal gucken möchte, weil man an dem betreffenden Sonntag um 20:15 Uhr keine Zeit hatte, oder sich auf RTL Now ältere Folgen von CSI:Miami zu 1,49 Euro das Stück anschaut, technisch geht mittlerweile recht viel. Wenn auch nur innerhalb enger Lizenzregeln, denn die Verbreitung von Material übers Netz senkt die Chancen auf hohe Verkaufszahlen bei den DVDs. So sucht man in der ZDF Mediathek die britischen Krimiserien Inspektor Barnaby, Luther oder Für alle Fälle Fitz vergeblich. Obwohl die Krimis aus Großbritannien mittlerweile ein fester Termin am Sonntag im ZDF Programm sind und ein Markenzeichen des Zweiten.

Besonders die hohe Bandbreite der Internetverbindungen hierzulande haben es ermöglicht, komplette Staffeln einer Serie online verfügbar zu machen. Aber ganz umsonst ist das nicht. Die Infrastruktur, die ein Sender bereitstellen muß, ist enorm und muß refinanziert werden. Dies machen einige Sender, indem sie wie RTL Gebühren verlangen für den Abruf bestimmter Programme.

Aber auch bei der Ausstrahlung von Live Programmen hilft die gute Leitungsqualität in Mitteleuropa: Die britische BBC hat es bei den Olympischen Spielen 2012 in London vorgemacht, wie man verschiedene parallel laufende Events ins Internet streamt, um sie so einer weltweiten Fangemeinde anzubieten. Auf bis zu zehn Kanälen wurden die Spiele von London gezeigt, mehr als jede übertragende Sendeanstalt mit ihren Digital- und Spartenkanälen zur Verfügung hätte, um seinen Zuschauern das volle Bild der Wettkämpfe zu zeigen. Gleichzeitig bot die BBC über Satellit auf nochmal vierzehn Kanälen mit Überschneidungen mehr Fernsehbilder, für alle, die nicht genug bekommen haben.

Was aber bedeuten diese Möglichkeiten für den Fernsehkonsum? Schaut man mehr weil es mehr Angebot gibt? Ich kann für mich sagen, dass ich nicht ehr schaue als vorher. Im Gegenteil. Durch meinen Pendeljob, der mein Haupteinkommen sichert, komme ich einfach nicht mehr dazu, soviel Fernsehen wie früher zu schauen. Und wenn, dann lege ich daheim meist eine DVD ein und schaue die. Für mehr bleibt einfach keine Zeit mehr. Man will ja auch irgendwann einfach mal schlafen. Oder nichts tun. Noch nicht mal fernsehen.

 


1 Kommentar

Webmasterfriday Fernsehen in der Blog Aera | ebook news · 19. Januar 2013 um 12:46

[…] Patrick schreibt über: “Fernsehen in Zeiten des Internets” […]

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