Epigraphische Datenbank der Universität Hamburg

Epigraphische Datenbank der Universität Hamburg

Über den Zeitraum von anderthalb Jahren habe ich im Auftrag von Prof. Helmut Halfmann für das Historische Institut der Universität Hamburg die Website www.epigraphik.uni-hamburg.de entworfen und programmiert, die mit Hilfe einer MySQL-Datenbank griechische und lateinische Inschriften bereithält. Der Clou daran ist, daß der Volltext der gespeicherten Inschriften (sog. Epigraphien) durchsuchbar ist.
Startseite www.epigraphik.uni-hamburg.de

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Hierzu hat man in der Suchmaske verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Die Datensätze sind beispielsweise mit ihren Fundorten, der Region, in der der Fundort liegt oder auch der Sprache verschlagwortet. Sucht man also nach einem bestimmten Wort oder Namen in einer speziellen geographischen Region, so ist dies problemlos möglich. Eine Schwierigkeit bei diesem Projekt war, daß die Sprachen, in der die Inschriften verfasst sind und in der die zu suchenden Begriffe eingegeben werden sollen, unterschiedliche Alphabete verwenden. Es gibt zwar eine allgemeine Transkription der lateinischen Computertastatur, aber mit Groß- und Kleinbuchstaben und durch die reichhaltige Verwendung von Akzenten und Apostrophen auf den sieben Vokalen ergab sich eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Buchstaben-Kombination, die in dieser Art nicht abzubilden war. Die Lösung dieses Problems bestand darin, bereits bei der Eingabe, den Inschriften-Text pro Datensatz doppelt zu speichern. Das Merkmalsfeld Text-Anzeigen enthielt den Unicode der Epigraphie in unveränderter Form, mit allen Sonderzeichen und Akzenten. Die kopierte Textkette wurde bei der Eingabe mit einem eigens von mir programmierten Konvertiermodul verändert, sodass alle vorhandenen Großbuchstaben zu Minuskeln verändert wurden, da bei der Datenbankabfrage durch die Verwendung von Unicode nur Buchstabenketten, nicht aber interpretierte Buchstabenwerte durchsucht werden konnte. Im Klartext: eine Suche nach „Himmel“ hätte nur Himmel gefunden, nicht aber „Schimmel“, weil der Anfangsbuchstabe nicht mit dem Anfang der gesuchten Zeichenkette überein gestimmt hätte. Trotz zahlreiche Unwägbarkeiten gelang es, mit tatkräftiger Mithilfe der Institutsmitarbeiter Peter Probst und Jasmin Schäfer, das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, sodass die Seite, die in Deutsch und Englisch vorliegt, nun Historikern in aller Welt zur Verfügung steht.