Die Euro 2012 im Netz – Gastgeber Polen und Ukraine

Die Euro 2012 im Netz – Gastgeber Polen und Ukraine

Zum Abschluß meiner kleinen Reihe von Betrachtungen der Webseiten der Teilnehmerländer der Euro 2012 kommen nun die Seiten der Gastgeber dran. Es waren schöne Spiele und auch wenn es für die Ukraine durch ein nicht gegebenes Tor gegen die Engländer nicht zum Sieg gereicht hat und auch die Polen unglücklich gegen rausgeflogen sind: davon darf man sich die gute Stimmung nicht kaputtmachen lassen.
Website des ukrainischen Fußballverbandes

Website des ukrainischen Fußballverbandes

Trotz ihres Altstars Andrej Schewtschenko war die Gruppe für die Ukraine zu schwer. Aber seien wir mal ehrlich: keine der gastgebenden Nationen kann sich fußballerisch wirklich mit den diesjährigen „Big players“ Spanien oder Italien messen. Der Internetauftritt des ukrainischen Fußballverbandes www.ffu.org.ua macht da leider keine Ausnahme. Das ist nicht „state of the art“, da kommt eher post-sozialistische Tristesse auf, wenn man sich die Seiten anschaut. Erfreulich ist, daß es wenigstens eine Sprachweiche gibt, auch wenn sie reichlich unauffällig versteckt ist. Der Home-Link, den man auf dem Verbandsabzeichen oben links vermuten würde, führt genauso wie das Logo des Sponsors zur Seite eines Telefon-Anbieters. Ist wahrscheinlich Bestandteil eines Marketing-Deals. Vom Designaspekt wirkt die Seite wie gesagt etwas altbacken, man könnte schon fast sagen post-sozialistisch wie man es vermuten würde. Auf jeden Fall kein Aushängeschild. Schade eigentlich, daß das Land die gebotene Chance, sich mal ohne Vorurteile einem wirklich großen Publikum zu präsentieren hat verstreichen lassen. Stattdessen haben sie so ziemlich jede negative Schlagzeile abgekriegt, die möglich war: Timoschenko, mangelndes Demokratieverständnis, Hundetötungen im Vorfeld der Euro 2012, wuchernde Hotelpreise. Vom Standpunkt des Marketingberaters war die Euro 2012 für die Ukraine kein Erfolg.
Website des polnischen Fußballverbandes

Website des polnischen Fußballverbandes

Ganz anders sieht die Sache bei den Polen aus. Die Website des polnischen Fußballverbandes ist zwar auch nicht unbedingt der letzte Schrei in Sachen Web 2.0 aber designerisch durchaus okay. Die Seite wirkt auf den ersten Blick klar strukturiert: die Hintergrundfarbe ist atypisch: nämlich blau. Nicht rot oder wieß, sondern blau. Oben links steht relativ schlicht das Logo des polnishcen Fußballverbandes PZPN, oben rechts ist die Sprachauswahl untergebracht. Darunter findet man die Hauptnavi mit Links zur Euro 2012, der Nationalmannschaft und den nationalen Wettbewerben wie der Meisterschaft oder dem Pokal. Im oberen linken Contentfeld überblenden sich mittels Javascript die drei Topmeldungen, rechts daneben eine schmale Spalte mit den nächsten Länderspielterminen. Ganz rechts der Kalender und diverse Banner. Fazit: Verglichen mit der Seite der Ukrainer haben die Polen design-mäßig mehr herausgeholt. Die Seite wirkt frischer, arbeitet mit modernen Technologien und kommt einfach nicht so altbacken daher. Unterm Strich ganz klarer Vorteil für die Polen, die mit ihrer Website und dem beherzten Spiel ihrer Nationalmannschaft bei der diesjährigen Europameisterschaft zufrieden sein können.