Vacaciones en el tercer mundo

Vacaciones en el tercer mundo

Müde, hungrig und stinkend kam ich am Bahnhof von Barcelona an und dachte mir, es sei genau so einfach eine Fahrkarte auf die andere Seite des Landes zu kaufen, wie bei uns in zivilisierten Gefilden. Isses aba nich‘! Weder bei uns, noch bei den Spaniern, die aber im tiefsten Inneren ihres Herzens eigentlich lieber Katalanen wären.

Ich wollte doch nur eine Fahrkarte nach Sevilla und stellte mich deshalb ordentlich in die Schlange und wartete. Irgendwann fiel mir ein, daß mein Rucksack doch recht schwer war und ich beschloß, ihn auf den Boden zu stellen. Zumal die Brüder am Schalter nicht den Anschein machten, als hätten sie es bei der Abfertigung besonders eilig. Ich meine, wir sprechen hier von dem Bahnhof, den die ausländischen Touristen zuerst erreichen und dann sind morgens um sieben Uhr nur zwei ganze Schalter besetzt. Zwei armselige Gestalten, die allen Touristen und auch noch allen Pendlern die Fahrkarten verkaufen sollen. Und weil das Fahrplansystem und auch das Tarifsystem der staatlichen spanischen Eisenbahnen nicht gerade durchschaubar ist, dauerte das einzelne Gespräch der Kunden jeweils rund fünf Minuten.

Nach rund einer dreiviertel Stunde stand ich immer noch in der Schlange. Gott weiß was passiert wäre, wenn ich hätte aufs Klo gehen müssen. Womöglich wäre ich meinen Platz in der Schlange los gewesen und ich hätte das Problem meiner Fahrkarte mit einer Schrotflinte und einigen Stangen Sprengstoff lösen müssen.

Doch, Dios mio, war ich endlich dran. Ich hatte es geschafft, es erschien mir wie eine Madonna im Dunklen, wie das heilige Wasser in der Wüste, wie…, wie ein Wunder. Mehr dazu im zweiten Teil.

Hasta proxima