Unterschicht?

Unterschicht?

„Jetzt regen sie sich alle wieder auf, weil jemandem kein anderer Begriff eingefallen ist als Unterschicht, um die Zustände zu beschreiben. Na klar, ist Unterschicht ein sehr drastischer Begriff und klingt schlimm, aber auch „“abgehängtes Prekariat““ es zwar möglicherweise besser beschreibt, ist es doch Bla bla. Wer kann sich etwas drunter vorstellen. Das ist doch auch nur wieder diese sprachliche Euphemisierung, daß man Begriffe, deren Bedeutung unangenehm ist oder klingt gegen schönere mit der gleichen Bedeutung austauscht.

Da haben sie in Berlin also wahrscvheinlich alle Angst, weil „“Unterschicht““ sich so anhört, als sei es geradewegs aus dem Handbuch für Marxisten entsprungen, aber sind wir doch mal ehrlich: Es trifft den Rand der Gesellschaft, den es beschreiben soll, doch schon ziemlich auf den kopf, und da hilft dann auch kein schön gefärbtes Bla bla mehr.

Diesem Land fehlen Politiker mit Weitblick, Visionen und vor allem dem Ehrgeiz, die Lage zu ändern und nicht bloß irgendwie die nächste Wahl zu überstehen. Seit Brandt und Schmidt hat doch schon länger keiner mehr die Wahrheiten offen ausgesprochen. Es sind doch alles kleine Feiglinge hier, die nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen wollen und wir, das Wahlvieh sollen ihnen das Mandat dazu erteilen. Kein Wunder, wenn denen schon länger keiner mehr glaubt und die Leute der Wahlurne fernbleiben.

Besser bei der nächsten Wahl drüber nachdenken, wer einen am Besten vertritt…“