Tour de Pharmacologie

Tour de Pharmacologie

„Astana, Saunier-Duval, Telekom… soviele Radsport-Teams und alle stehen unter Generalverdacht, daß sie die Spritze im Arm haben. Auch wenn in letzter Zeit auffällig viele der vermeintlichen Mit-Roller (wie jetzt Matthias Kessler) aus der Tour genommen und zurecht wohl mit zwei Jahren Sperre belegt wurden, die Verärgerung bleibt. Und langsam fragt man sich, weshalb nicht endlich die Marketingleute derjenigen Unternehmen, die am meisten Publicity bei Radrennen bekommen, auf den Zug aufspringen und die Gunst der Stunde nutzen:

endlich al ein erster Platz für Bayer Leverkusen mit Jan Ullrich? Gäbe es noch das Pharmaunternehmen Höchst, ich bin sicher, daß „“local hero““ Didi Thurau, der 1977 erst in Gelb und kurze Zeit später dann im Büßerhemd bei der Tour de France mitfuhr, der prädestinierte Mann für dieses Team wäre. Und Armstrong? Trotz Hodenkrebs hätte Pfizer, der Hersteller der blauen Pille Viagra, ihn doch unter Vertrag nehmen können.

Was klingt wie Zynismus nennen die Marketingleute übrigens eine Win-Win-Situation. Und der Hauptvorteil für die Radler wäre, daß sie die Medikamente nicht mehr kaufen müßten, sondern sie wie die Ausrüstung und die Räder von ihren Sponsoren gestellt bekämen. Und der wichtigste Vorteil für uns Zuschauer wäre der, daß wir endich wüßten, woran wir sind: wenn alle dopen, dann hat jeder den gleichen Vorteil.“