Lebkuchen und Fusel

Lebkuchen und Fusel

Oh ja Weihnachten, das Fest der Liebe und alle, ja wirklich alle, bereiten sich vor auf lausige, ähem, ich meine natürlich lauschige Tage unterm Baum, im Schein der Kerzen, besinnlich vor mit der oder dem Liebsten sich hin romantisierend, aus der Küche strömt der Duft von Lebkuchen und von Tee, der mit einem billigen Fusel, dessen buntes Etikett mehr erwarten ließ, versetzt wurde. Tolle Vorstellung, die allerdings einen entscheidenden Fehler hat, weil etwas entscheidendes fehlt. Zitat Trio (die „Da Da Da“-Band aus Großenkneten): „Sie saß nicht neben mir, um die Wahrheit zu sagen, hat sie NIE neben mir gesessen.“ Was bleibt ist die immerwährende Weihnachtslieder-Hitparade mit allen Kinderchören dieser Welt gleichzeitig auf allen Fernseh-Sendern. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, dann kommen auch noch die schlimmsten Filme aller Zeiten. Ob nun „Pretty Woman“ zum achtzigsten Mal, oder auch „Ist das Leben nicht wunderbar“, der Klassiker mit James Stewart. Überhaupt ist das keine Frage, ob das Leben in der Weihnachtszeit schön ist oder nicht. Aus der Küche strömt der abgestandene Geruch des Müllbeutels, der schon seit vor Beginn des ganzen Trubels darauf wartet, weggebracht zu werden. Kerzen anzuzünden traut man sich seit dem letzten Wohnungsbrand nicht mehr. Es war auch nur Glück, daß die Feuerwehr sowieso gerade in der Gegend war. Und außerdem hat auch keiner vorher ahnen können, daß man ein stark Selbstmordgefährdeter Pyromane ist.