In der Ruhe liegt die Kraft(-losigkeit)

In der Ruhe liegt die Kraft(-losigkeit)

Ja ja, ich weiß, es kann keiner mehr hören, wie ich auf die Anzugträger in den Türmen des Deutschen Bank schimpfe. Ich weiß auch, daß von diesen Pflaumen niemals einer etwas von meinen Tiraden lesen wird, aber mir geht es langsam wirklich auf die Nerven. Es geht mir aber auch an die Substanz und diese Typen feiern nach wie vor ihre Yuppie-Party und fahren mit ihrer Kohle und ihren oberflächlichen Lebensabschnittsgefährtinnen spazieren. Es wird echt mal Zeit, daß denen mal ein bißchen Realismus zuteil wird, daß sie plötzlich von einer Horde hungriger Obdachloser angefallen werden, wenn sie mit ihrem 5-er BMW am Roßmarkt an der Ampel stehen. Oder daß eine Armee an Arbeitslosen statt bei der Firma Gerster (dem Arbeitslosenamt, ähem, ich meine natürlich die neugegründete Arbeitsagentur) sich in der Lobby der Dresdner Bank im Rotlichtviertel trifft. Aber wahrscheinlich hoffe ich nur, daß endlich jemand eine rote Fahne aus dem Fenster hängt und mir damit das Signal gibt, die Anzugtragenden Herrschaften aus ihren Büros zu bitten, um an der Fassade des Glasturmes der Deutschen Bank bei der Alten Oper auf ihre Hinrichtung zu warten. Ich weiß, ich weiß, die Weihnachtszeit nimmt mich immer so stark mit, daß ich plötzlich Wunschträume habe, und Realität nicht mehr von Wunsch unterscheiden kann. In diesen Sinne, ich gehe schon mal los und lade die Knarre nach – ähem, ich meine, ich schlage meinen Kopf so lange gegen die Wand, bis ich aufgewacht bin…