El tercer mundo en Barcelona

El tercer mundo en Barcelona

Was bisher geschah: erster Urlaubstag, ich bin übernächtigt und stehe am Schalter, um mir eine Fahrkarte nach Sevilla zu kaufen, es dauert ewig und ich schiebe eine ziemlichen Frust. Doch, Dios mio, war ich endlich dran. Ich hatte es geschafft, es erschien mir wie eine Madonna im Dunklen, wie das heilige Wasser in der Wüste, wie…, wie ein Wunder. Ich stand am Schalter und durfte endlich mein Begehr vorbringen. Ich hatte ja bereits eine dreiviertel Stunde meinen Satz in der fremden Sprache einüben können, also nahm ich meinen Mut zusammen und sagte den Beamten auf Spanisch, daß ich gerne eine Fahrkarte für den Zug um acht Uhr nach Sevilla bräuchte, und von da aus dann noch die Anschlußkarte nach Jerez de la Frontera. Daraufhin lächelt der und sagt mir knapp: „No hay!“, das gibt es nicht. Der nächste, bitte. Dafür hatte ich nun bald ne Stunde gewartet, damit er mir sagt, daß es das nicht gibt. Ohne weitere Begründung, ob nun die Strecke nicht gebaut wurde oder ob der Zug ausverkauft sei oder sonst was. Ich gab mich allerdings noch nicht geschlagen und bohrte nach. Dabei stellte sich dann heraus, daß es täglich, auch in der Hauptreisezeit lediglich zwei Züge von der großen Stadt im Norden des Landes in die große Stadt im Süden gibt. Nicht mehr. Und wenn man nicht an Bord eines dieser Züge ist, dann kommt man auch nicht dort an. Und Nebenstrecken gibt es selbstredend auch nicht, also kann man auch vergessen, über Um- oder Schleichwege nach Sevilla zu kommen. So weit, so schlecht. Mehr im dritten Teil.