„Hervorragend, dieser Monat. September. Normalerweise lamentiere ich im Spetember so vor mich hin, weil ich Geburtstag habe und dann schon wieder ein Jahr älter werde, aber seit diesem unglaublichen Attentat im letzten Jahr kommt man vor lauter Gedenken und Mitgefühl mit den Amerikanern irgendwie zu gar nichts mehr. Und das obwohl ich mir relativ häufig sage, daß es anderen Menschen in dieser Welt im Vergleich zu den Amerikanern deutlich schlechter geht und sie daher mein Mitgefühl auch mehr verdient haben.

Aber der elfte September wird auch schon irgendwie vorübergehen, so wie ein Fleckchen schlechten Wetters. Ich meine, man kann nicht die ganze Zeit an die Opfer dieser Tat denken. Aber mal so ein Gedanke am Rande: wie lange mag es dauern, bis eine Firma uns mit dem Videospiel zum Anschlag beglückt und wie würde es wohl heißen? Ground Zero? Bin Ladens Bataillon?

Ich könnte mir auch schon Horden von gierigen Playstation-Kindern von den geschlossenen Toren der Spiele-Händler vorstellen, die auf dem Bürgersteig kampieren, um der Erste zu sein, der das Spiel hat. Und parallel zur Hysterie, die jedes Viedospiel bei seiner Präsentation begleitet, dürften wir uns auf die Plakat- und Fernsehwerbung freuen, die uns das Erlebnis der realen Explosion näherbringen will, indem sie uns auf die 3D-Grafik und den Surround-Quadrophonik Sound hinweist. Um ehrlich zu sein, freu ich mich schon auf die polemischen Momente, die die Veröffentlichung dieses Spiels bringen würde: „“Wenn Du wirklich wissen willst, wie es damals im World Trade Center war, mußt Du ‚Ground Zero‘ spielen – als Osama!““ – „“Ground Zero – Das Spiel zum Attentat““.

Ein anderer Grund, warum ich diesen Monat nicht leiden kann, ist weil das Wetter nie das hält, was der Sommer in den vorangegangenen Monaten auch nicht hielt. Irgendwie erwarte ich immer einen ordentlichen Spätsommer, und was bekomme ich? Ein paar Tage mittelmäßige Sonne, viel zuviel Regen, und einen völlig verfrühten Beginn der Regenzeit. Schlimm, schlimm sowas.

Ganz im Gegensatz dazu stand mein Urlaub, den ich in Andalusien verbrachte (siehe „“Vacantiones en el tercer mundo““). Vielleicht bin ich mit meinen Erwartungen an das Wetter in diesen Breiten auch nur durch das Wetter in El Palmar verwöhnt, aber wer weiß…“

Kategorien: Tagebuch

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