Nach Malle

Nach Malle

Mitten in der Nacht, halb fünf, S-Bahn zum Frankfurter Flughafen… das Wetter ist kalt und eklig. Statt hier zu bleiben entfliehe ich mit meiner Frau und besuche die Insel. Die Insel. Malle. Ich war noch nie da. Wird ja wohl mal höchste Zeit. Angeblich soll es da ja richtig hübsche Ecken geben. Nachdem wir mit dem Mietwagen in unserer Ferienunterkunft angekommen sind, ner Wohnung, die wir über Internet gebucht und angezahlt hatten, erstmal n bisschen umgeschaut. Sehr hübsch. Außer der Bleibe. Unten im Haus war ne Autolackiererei, deren Abluftschlauch direkt auf Höhe unseres Fenster endete, sodaß die Versuche, die Bude zu lüften zum Scheitern verurteilt waren. Als wir später zurück kamen, stank es nach Lack und erst da erkannten wir, daß es um die Sauberkeit des Ganzen auch nicht so wirklich zum Besten bestellt war. Nach einem Wortgefecht mit dem deutschen Vermieter per Handy, was ein Vermögen haben dürfte, sind wir abgehauen. Auf der Suche nach einer Bleibe fuhren wir die mit Hotelburgen zugebaute Ostküste Mallorcas ab, wo aber alles eingemottet war – nichts los. Kein Mensch zu sehen. Voller Verzweiflung in Palma ein Zimmer gefunden, teuer, aber sauber. Am Tag drauf, nach einem Kaffe und etwas Touri-Programm in der Katedrale, entdeckt, daß es vom Staat geförderte Wanderhütten gibt. Und genau da fangen die schönen Seiten der Insel an. Die nächste Nacht verbrachten wir in einer Wanderhütte neben einem Leuchtturm, mit herrlicher Aussicht aufs Meer, 500 Meter hoch. Wahnsinn. Am Tag drauf waren wir im Kloster von Lluc. Auch unglaublich schön.