Wie Internet-süchtig sind wir denn?

Wie Internet-süchtig sind wir denn?

Neben den bekannten Phänomenen Drogensucht, Alkoholsucht oder Spielsucht kristallisiert sich immer mehr der Typus des Internet-süchtigen heraus. Der heutige Webmasterfriday hinterfragt dieses Thema: Bist Du internet-süchtig? Dein Leben in der virtuellen Welt. Die Frage geht ja an mich persönlich, also verkneife ich mir die einschlägigen Generalisierungen. Ich bin angestellt beschäftigt und arbeite als Web-Admin. Ich nutze sowohl Facebook als auch Twitter, hatte früher aber auch Accounts bei MySpace und Xing, die ich aber in der Zwischenzeit aus Zeitmangel, Desinteresse und Überangebot an sozialen Medien aufgegeben und gelöscht habe. Nachdem ich eine Zeitlang alles nebeneinander benutzt hatte, habe ich mich mittlerweile aufs Bloggen beschränkt. Facebook und Twitter dienen eigentlich nur noch zum öffentlich machen neuer Artikel. Früher war das anders bei mir. Da habe mich tatsächlich der Illusion hingegeben, die virtuellen Menschen, die man irgenwie mal im Netz kennengelernt hat, seien „echte Freunde. Nicht virtuell, sondern reale Menschen, die man auch mal anrufen könnte und mit denen man sich für abends für die Kneipe veranreden könnte. Dem war aber natürlich nicht so. Mir kam es so vor, als suggeriere das Internet mit seinen Ausprägungen wie Facebook, Chat oder Flickr denjenigen, die sich ebenfalls dieser Illusion hingeben, man habe ein echtes Leben. Aber Kommentare bei Facebook hin und her posten ist keine angeregte Unterhaltung in der Kneipe. Chatten ist kein Gespräch, weil da die persönliche Ebene fehlt, die Mimik, die Gestik und letztlich auch der gesprochene Ton. Und Bilder bei Flickr von der Kindstaufe ist nicht dasselbe wie im Fotoalbum Familienfotos zu blättern. Als ich das gemerkt und verinnerlicht hatte, hat sich mein Verhalten auch sehr geändert. Wie erwähnt konzentriert sich mein Interesse auf den Marketingaspekt des Ganzen. Wenn ich Freunde treffen will, setze ich mich nicht von den Rechner. Um ganz ehrlich zu sein, öden mich viele Sachen, die ich zuvor noch „total spannend“ und „geil“ fand, mittlerweile nur noch an. Nach den leuchtenden Augen, die man früher mal hatte, als man sah, was denn alles möglich ist, vor allem im Hinblick auf die Realisierbarkeit und die Programmierung, bin ich mittlerweile häufiger gelangweilt. Es ist vieles sehr normal geworden. Auch vieles ähnlich. Man setzt durch die Verfügbarkeit von Eye Candy wie jQuery und Konsorten viele Features voraus, die einen früher noch hinter dem Ofen hervor gelockt hätten. Ich würde also abschließend fast schon sagen, daß meine Internet-Sucht sehr gering ist. Mehr zum Thema: „echte“ Fotokalender: http://www.fotokalender4you.de