Wem gehören die Social Media-Beiträge?

Wem gehören die Social Media-Beiträge?

Spiegel-Kolumnist und Vorzeige-Iro Sascha Lobo behauptete neulich in seinem Aufsatz bei Spiegel Online, dass unser Internet nur geborgt sei. Er meinte damit, dass alle Beiträge die man dort ablegt, alle Interaktion und Reaktion, jegliches Bildmaterial zwar womöglich urheberrechtlich noch dem Autoren srlbst gehören mögen, physisch aber wohl eher dem Seitenbetreiber. Schaltet der seine Plattform ab, dann ist damit auch die Präsenz dort abgeschaltet. Lobo nannte als Beispiel die Facebookseite der Stadt München, die von einem auf den anderen Tag abgeschaltet wurde, weil Facebook eigene Pläne zur Vermarktung von Städteportalen hat – diese Pläne aber den betroffenen Städten nicht mitgeteilt, sodass die am Tag X ziemlich in die Röhre geschaut haben dürften. Die Frage ist, wem gehört die Präsenz bei Facebook? In Zeiten wie diesen, wo die Social Media drauf und dran sind, den Blogs den Rang vollkommen abzulaufen, muss man sich als Blogger überlegen, wie man sich einerseits vor der Vereinnahmung durch Twitter und Facebook schützt und vor deren Willkür, aber gleichzeitig das Potential dieser Medien nutzt, um weitere Leser zu erreichen. Als Blogbetreiber steht man selbst für alles gerade, was man auf der eigenen seite veröffentlicht. Man hat aber auch die volle Kontrolle darüber was erscheint und was nicht. Als rechtsradikaler oder ökosozialistischer Blogger kann man selbst entscheiden, welche Thesen man auf der eigenen Seite veröffentlicht, ohne sich vorher die Facebookrichtlinien durchzulesen und zu checken, ob das Geschriebene auch innerhalb der Spielregeln ist. Spätestens der Versuch einer breiten linken Front, die Facebook-Seite der NPD sperren zu lassen, hat gezeigt, wie verwundbar Social Media Marketing sein kann. Und wie aufgeschmissen man sein kann wenn man plötzlich keinen Zugriff mehr auf die vermeintlich eigene Seite hat.