Twitter, das unbekannte Wesen

Twitter, das unbekannte Wesen

Wenn hierzulande von Social Media die Rede ist, meint man hierzulande fast immer Facebook. Die deutschen Plattformen Xing oder wer-kennt-wen.de halten sich zwar wacker, können aber irgendwie, so scheint es, wenig gegen den Platzhirschen ausrichten. Twitter, der Kurzmitteilungsdienst, findet aber immer mehr Verbreitung, womöglich weil seine angeblichen Schwächen vielleicht doch auch als Stärken zu werten sind.
Twitter-Page @ptoalster

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Das Hauptmerkmal von Twitter ist die Beschränkung auf maximal 160 Zeichen. Das bedeutet, dass man nicht besonders viel Text in einem Tweet unterbringen kann, besonders wenn man noch einen Link posten möchte. Andererseits bedeutet das auch, dass man knapp und prägnant formulieren sollte, damit die Message nicht abfeschnitten wird. Nach meinem Gefühl wird bei Twitter weniger geschwafelt als bei Facebook und Co., wo man nicht in der Textlänge eingeschränkt ist. Ein weiterer Unterschied zu Facebook ist die öffentliche Sichtbarkeit der Postings. Während man bei FB selber bestimmen kann wen man als Freund annimmt und wer dann auch die eigenen Posts lesen kann, sind alle Tweets öffentlich. Markiert man das Thema des Tweets mit einem sogenannten Hashtag (#twitter, #socialmedia) können Andere diese Mitteilungen ebenfalls sehen. Hierdurch gelangten beispielsweise Nachrichten aus dem Iran oder dem Arabischen Frühling in den Westen. Wären diese Meldungen ausschließlich bei Facebook gewesen, man hätte ja als westlicher Medienschaffender nie gewußt, mit wem man sich virtuell anfreunden muß, um „die Story“ zu bekommen. Ein weiterer Umstand, der Twitter von den meisten Anderen unterscheidet, ist das Fehlen einer Kommentarmöglichkeit. Wenn man auf einen Post antworten möchte, dann geschieht genauso öffentlich wie der Tweet selbst. Es gibt zwar auch bei Twitter persönliche Nachrichten, die man untereinander schicken kann, die sind aber wiederum vollkommen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Zwischenstadium, dass nur die Freunde desjenigen, dessen Beitrag kommentiert wurde, gibt es nicht. Je nach dem ob man sich nur die Tweet derjenigen anschaut, die man als Freunde hat – bei Twitter heißen die Freunde Follower – oder ob man sich Tweets nach Hashtag gefiltert anzeigen läßt, die Menge an Mitteilungen ist schier unerschöpflich. Man sollte also auch in dieser Hinsicht vorsichtig sein, wem man folgt, weil man ansonsten Gefahr läuft, ratz-fatz mit Meldungen überflutet zu werden.