Facebook App IconDer Community-Gedanke war schon immer sehr ausgeprägt im Netz, schon seit dem es das Internet gibt. In Foren und Bullet Boards diskutieren Interessierte und Betroffene die unterschiedlichsten Dinge, mit dem Web 2.0 teilen auch Normalos ihre privaten Gedanken in sozialen Netzwerken und Blogs. Im Rahmen der 9AG Blogparade gehe ich der Frage nach, was passieren müsste, dass ich meinen Facebook-Account lösche.

Ein Freund ist ein Freund ist ein Freund: „A friend in need is a friend indeed“ sagt ein englisches Sprichwort und das ist nach meiner bisherigen Erfahrung auch wirklich so. Aber inwieweit ist es berechtigt, Bekanntschaften aus dem Netz mit dem Begriff „Freund“ zu bezeichnen? Sind das überhaupt Freunde, oder nutzen wir diesen Ausdruck nur deshalb, weil „Bekannte“ nicht so gut klingt?

Was ist mit Freunden?

Auf Facebook ist es so einfach, Kontakt zu jemand x-beliebigem aufzunehmen, diesen mit dem Status Freund zu versehen und die Person daraufhin dann ganz eng an sich heranzulassen. Man kann dann in der Regel die Texte lesen, die gepostet werden, kann auch selber Dinge auf der Freundes-Seite posten und alle Bilder sehen, die man dort hochgeladen hat. Aber: wollen wir das wirklich? Will ich wirklich, dass jemand alles von mir wissen und sehen kann, nur weil ich ihn irgendwann mal als Freund „ge-added“ habe?

Es wird vollkommen richtig von Seiten der Facebook-Kritiker argumentiert, dass viele dieser Freundschaften gar keine sind, sondern tatsächlich mit dem Begriff Bekanntschaften korrekt dargestellt sind. Da hat man Leute in der Freundesliste, die man eigentlich gar nicht kennt. Manche würde man vielleicht nicht mal erkennen, wenn sie neben einem im Supermarkt in der Kassen-Schlange stünden. Was bedeutet das also wirklich, wenn wir dieser Person den Status „Freund“ zuerkennen, wenn er (oder sie) das in Wirklichkeit garnicht ist?

Anders sieht es natürlich aus, wenn es sich tatsächlich um einen Freund handelt, zu dem man eben nur über Facebook Kontakt halten kann, weil man in unterschiedlichen Städten wohnt, unterschiedlichen Ländern oder gar Kontinenten. Da geht es nicht anders, und man ist wirklich „befreundet“. bzw. war schon vorher befreundet und hält die Freundschaft lediglich mit Facebook am Leben. Es handelt sich bei solcher Art Freundschaften nicht um künstliche Freundschaften, die keine sind.

Und was ist mit Datenschutz?

Was aber weiterhin interessant bleibt, ist die Häufigkeit, mit der Facebook seit 2008 die Nutzungsbedingungen geändert hat, um den immer strenger gehandhabten Datenschutzbestimmungen Rechnung zu tragen. Allerdings bleibt dabei für viele Nutzer die Transparenz derartig auf der Strecke, dass man wohl durchaus als Facebook-User die Möglichkeit hat, seine Posts und Nutzungsbewegungen komplett gegen Einsicht von außen abzuschirmen, es ist nur so schwer, dass es kaum einer durchauschauen kann. Und es deshalb auch nicht tut. Das hat dann irgendwie den Anschein, als wolle man nach außen hin den Eindruck vermitteln, man würde die rechtlichen Anforderungen erfüllen, ohne es so leicht zu ermöglichen, dass es dann auch wirklich jemand täte.

Und? Löschen oder nicht?

Ich weiß nicht… Löschen ist wahrscheinlich der falsche Weg. Gar nicht erst mitmachen ist da schon eher richtig, wenn man Angst hat, dass die eigenen Daten in die falschen Kanäle gelangen. Aber jetzt, wo wir langsam immer mehr über die groß angelegte Spionage der amerikanischen Sicherheitsbehörden gegen so ziemlich alles und jeden erfahren, dürfte auch klar sein, dass durch Löschen des Account keine Daten dauerhaft gelöscht werden, sondern nur aus dem für alle sichtbaren Datenbestand des Internets entfernt. Diejenigen, die aus Gründen der vermeintlichen nationalen Sicherheit (welcher Nation auch immer) haben mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auch darüber hinaus noch Zugriff auf alles, was wir jemals bei Facebook gepostet oder geliked haben.


1 Kommentar

Datenschutz-Bedenken zu Facebook | toalster.de - Kommunikation und Design · 25. März 2014 um 08:22

[…] Essay “Die Gefahren von Facebook” habe ich erst vor kurzem zu meinen Bedenken geäußert, wie Facebook die Kommunikation […]

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