SEO vs Lesbarkeit

SEO vs Lesbarkeit

Ein Schriftsteller schreibt meist aus innerem Antrieb und weil er meint, dass seine Leser Interesse daran hätten, zu erfahren, wie die Geschichte, die er geschrieben hat, ausgeht. Ein Blogger schreibt im Normalfall auch für seine Leser. Er schreibt aber anders als der Schriftsteller, weil er durch die Art seiner Schreibe selber dafür sorgen muss, sein Publikum zu finden. Wie beeinflusst dieser andere Schreibstil die Lesbarkeit? Je nach dem, für welches Publikum, oder sagen wir es etwas mehr marketingmäßig „Zielgruppe“, verändert sich der Schreibstil. Ein technischer Autor, der beispielsweise eine Bedienungsanleitung schreibt, muss seinen Text anders formulieren als ein Journalist. Der Techniker kann nicht davon ausgehen, dass seine Leser von vorn herein etwas von der Materie verstehen. Unglücklicherweise verinnerlichen die meisten technischen Autoren diesen Gedanken nicht. Wer schon mal die Anleitung für seinen Videorekorder gelesen, wird ungefähr wissen, was gemeint ist. Diese veränderte, angepasste Schreibe führt aber auch dazu, dass die Qualität des Textes leidet. Fast schon leiden muss. Wer als Vorgabe hat, unbedingt eine bestimmte Anzahl Keywords im oberen Drittel seines Textes zu platzieren, der kann nicht immer besonders zimperlich in Puncto Schreibstil sein. Da kann sich in der Eile des Schreibens schnell mal ein Grammatikfehler oder ein Rechtschreibfehler einschleichen. Alles Fehler, die mit einer erfahrenen SEO Agentur wahrscheinlich nicht passiert wären. Nach gut einem Jahr als Leser der Online Ausgaben der Bild Zeitung und der Frankfurter Rundschau, fällt mir auf, dass die Texte in beiden Publikationen wirklich mit der heißen Nadel gestrickt zu sein scheinen. Zahllose Fehler sprechen da eine sehr deutliche Sprache. Jetzt sollte natürlich nur derjenige, dessen Blog fehlerfrei ( oder fast) ist, die Klappe so weit aufreißen. Ich blogge aber meist von meinem Smartphone aus, auf dem die Autokorrektur in der WordPress App abgeschaltet ist. Offenbar machen das die großen Verlage ähnlich. Wie aber soll man dann fürs Netz schreiben? Ich denke, man muss wahrscheinlich seinen eigenen Stil finden. Schreibt man nur für die Suchmaschinen und die leichte Auffindbarkeit, dann findet der Blog am Ende keine „echten“ Leser, was aber die Quintessenz ist. Stammleser, die Einem auch ein Feedback geben, sind das Salz in der Suppe. Mit ihrer Meinung und ihrer kritischen Auseinandersetzung mit dem, was man geschrieben hat, wächst man als Blogger und als Autor überhaupt.