Urheberrecht muß erhalten werden

Urheberrecht muß erhalten werden

Auf einem Treffen der Medienschaffenden im südfranzösischen Avignon äußerte die EU-Kommissarin für digitale Angelegenheiten, Neelie Kroes, die Meinung, dass das Urheberrecht für die neuen Medien geöffnet werden und vereinfacht werden müsse. Es sollten kreative Geschäftsmodelle gefunden werden, damit man auch in Zukunft Inhalte über das Internet vertreiben könne, die Urheber aber gerechter an der Wertschöpfung beteiligt werden. Sie sagte außerdem, dass die derzeit in Europa gültigen Urheberrechtskonzepte mehr der Abschreckung dienen als dem Verkauf kreativer Leistungen. Laut einer von ihr erwähnten Erhebung verdienten nicht mal 50 % der Künstler in Großbritannien 1000 Euro monatlich mit ihrer Arbeit. Zahlen für Deutschland nannte sie nicht. Neben den Ostverträgen gehört das Urheberrecht zu den fundamentalen Errungenschaften der sozialliberalen Koalition Anfang der 70er Jahre, und seit der Annahme des von der Allianz deutscher Designer mit eingebrachten Entwurfs ist das Urheberrecht unverzichtbar für alle Künstler und Kreativen. Zugegeben, die Meldung und die Abrechnungsmodalitäten könnten einfacher sein, die Töpfe praller gefüllt und die Verteilung gerechter, aber eine Aushöhlung des Urheberrechts, nur damit sich die Diebe geistigen Eigentums nicht mehr so schäbig fühlen darf es nicht geben. Wer klauen will, wird auch weiterhin klauen. Das muß man nicht auch noch legalisieren.