Google und die Ungeduld beim Suchen

Google und die Ungeduld beim Suchen

Die allseits geliebte Suchmaschine, Branchenführer Google, ist die allwissende Müllhalde. Es gibt so gut wie nichts was man sie nicht fragen könnte und was sie nicht auch irgendwie zu beantworten wüßte. Kein Thema ist zu kompliziert oder zu aus der Luft gegriffen als dass man nicht zumindest irgendeinen Anhaltspunkt zurück bekäme. Diese Erwartungshaltung, die Google mit seinem schier unerschöpflichen Fundus an Hinweisen wo man denn nun die Antwort auf unsere Fragen finden könnte, hat aber auch Schattenseiten. Die Option „ich weiß es nicht“ gilt nicht mehr. Weil die Antwort ja auch nur einen Klick entfernt ist. Das weiß mittlerweile jedes Kind. Und dazu kommt dann noch etwas, das viel tückischer ist als die Erwartung auf jede Frage eine plausible Antwort zu erhalten: man will diese Antwort auch bitte möglichst schnell haben. Die Ausrede, man habe kein DSL läßt keiner gelten, weil die alten piepsenden Modems nur noch im Museum gibt, wenn überhaupt. Wir sind also Gefangene unserer Neugierde, die zusammen mit den Überresten unseres Forscherdrangs und der Zeitnot, die mittlerweile das bestimmende Thema des 21. Jahrhunderts geworden ist, unser Leben bestimmen. Logistikunternehmen kennen das schon seit längerem als just in time, Lieferung gerade noch rechtzeitig zum Termin an dem das Material verarbeitet werden soll. Man stellt sich keine Paletten mehr ins Lager sondern läßt genau dann liefern wenn man es braucht. Und genau so funktioniert unser Umgang mit Google: niemand will sich mit unnötigem Wissen belasten. Man läßt stattdessen Google just in time die Antwort bringrn ohne groß nachdenken zu müssen. Man traut sich kaum vorzustellen, was das fûr die Denkfähigkeit der Generationen bedeutet, die mit dieser Annehmlichkeit des immer und überall verfügbaren Wissens aufwachsen. Aber das hat man vor 30 Jahren beim Aufkommen des Taschenrechners auch gesagt. Man wird sehen…