Der Mega-Schwachfug: Apple bekommt Patent für runde Ecken

Der Mega-Schwachfug: Apple bekommt Patent für runde Ecken

Ich hab gerade im Twitter-Feed meines Bloggerkollegen Achim Schafrinna gelesen, dass Apple Computer in seinem bereits seit gefühlten Ewigkeiten geführten Vernichtungsfeldzug Rechtsstreit gegen das koreanische Unternehmen Samsung nun von einem US-Gericht das Patent auf runde Ecken bei Displaygeräten zugesprochen bekommen hat. Ein sehr breit ausgelegtes Patent im übrigen. Runde Ecken auf Displaygeräten klingt zunächst einmal sehr harmlos. Es beinhaltet aber natürlich weitaus mehr Sprengkraft als man jetzt annehmen mag: ein so weit gefasstes Patent deckt zunächst einmal so ziemlich alle Smartphones und Tablet PCs ab, die aktuell am Markt erhältlich sind, und wahrscheinlich auch die jetzt bereits kurz vor der Serienreife stehen. Aber die großzügige Auslegung der Patentschrift zugunsten von Apple bedeutet eben auch, dass es sehr beliebig ist. Couchtische bei Ikea haben runde Ecken, wer wollte darauf ein Patent erheben? Grundig Fernseher der achtziger Jahre hatten auch nicht alle harte Ecken und Kanten? Hatte das jemand seinerzeit patentiert? Erst der amerikanische All round-Designer Raymond Loewe erhob die Schönheit des Produkts zum Ideal und behauptete, dass sich Häßlichkeit schlecht verkaufe. Und auch wenn einige seiner Ideen patentiert wurden, wer wollte das Patent auf Autos und Züge mit windschlüpfrigen Formen einklagen? Apple begibt sich mit dieser Phase seines Rechtsstreits mit Samsung in die Gefilde der Metaphysik, vulgo: Mumpitz. Das klingt so hanebüchen und unsinnig wie der Versuch der Deutschen Telekom, sich im Zuge ihres Brandingkonzeptes mit der Versalie T und der magenta farbenen Quadraten gleich das ganze Alphabet und die Farbe Magenta patentieren zu lassen. Gott sei dank hat ein weitblickender Richter diesen Unsinn erkannt und den Versuch verbunden. Leider hatten die Patentrichtet in dem Apple gegen alle anderen Handyhersteller nicht soviel Weitblick.