Corona und die Zukunft der Arbeit

Corona und die Zukunft der Arbeit

Es ist jetzt gerade einmal zwei Wochen her (oder vielleicht doch schon zwei?), dass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung holterdipolter ins sogenannte Home Offfice geschickt wurde. Was vorher wegen diesem oder jenem Grund nicht ging, wegen zu schlechter Internet-Verbindung, wegen Unabkömmlichkeit vom physischen Arbeitsplatz, wegen Sturheit der Chefetage oder wegen Unfähigkeit der IT-Abteilung eine stabile Arbeitsumgebung über das Netzwerk einzurichten – plötzlich ging es. Und sogar fast von einem Tag zum gefühlt anderen.

Plötzlich gab es wichtigere Gründe als die, nämlich die Gesundheit der Mitarbeiter. Zumindest hieß es so. Home Office wurde für viele Büro-Arbeitenden mögluch und für die meisten sogar verpflichtend. Und nun sind viele von uns seit gut zwei Wochen zuhause, versuchen zu arbeiten, während die Kinder entweder Home Schooling machen oder die Bandbreite der Internetleitung für Netflix und Disney+ zukleistern.

Auch wenn es schwierig ist, irgendwie geht es ja doch. Die meisten Menschen scheinen es hinzubekommen, Arbeit und Familie in ihrem Zuhause zu kombinieren. Natürlich ist es etwas abenteuerlich und ungewohnt, aber auch sehr schön, weil man viel Zeit mit der Familie verbringen kann, wenn man das möchte – dumm ist es nur, wenn man das nicht möchte und durch die Ausgangs- bzw. Kontakteinschränkungen keine andere Möglichkeit hat, dem häuslichen Umfeld zu entfliehen.

Aber jetzt setzen wir mal voraus, man mag das, und beamen wir uns mal ein paar Monate in die Zukunft, wenn es dann wieder heißen wird: „Home Office ist vorbei, alle zurück ins Büro an ihre Schreibtische und voll durch arbeiten!“. Dann wäre die Freiheit des Zuhause arbeitens, der eigenen Work-Life Balance wieder vorbei. Und ob das so gut angenommen werden würde, wage ich mal zu bezweifeln. Im Gegenteil.

Ich vermute mal, auch wenn „Mutti“ Merkel sich schon bereit macht, für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren, und nur darauf wartet, dass man sie lieb drum bittet, dass die Partei, die uns Arbeitnehmern diese Freiheit läßt, zu entscheiden, wie und wann man die Arbeitsleistung erbringt, solange sie denn nur erbracht wird, gute Aussichten hat, die kommende Bundestagswahl zu gewinnen. Also meine Stimme hätte die „Home Office“-Partei schon mal.