Champions League ohne Werbung im ZDF

Champions League ohne Werbung im ZDF

Irgendwie war es wie früher: Europapokal ohne Werbung. Das ZDF hat den Zuschlag für die Übertragungsrechte für die UEFA Champions League erhalten und zeigt nun bis 2015 jeweils 18 Spiele pro Spielzeit.
Superstimmung im Stadion

Superstimmung im Stadion

Das ZDF verspricht sich davon, jüngere Leute anzusprechen und damit verlorenes Terrain im Kampf um die Zuschauergunst zurück zu gewinnen. So sahen beispielsweise damals noch bei Sat.1 17 Millionen Fans das Champions League-Finale, in dem der FC Bayern München den Millionären des FC Chelsea im Elfmeterschießen unterlag. Diese Bombenquote hat aber auch ihren Preis: nach unbestätigten Meldungen zahlt das ZDF pro Jahr 54 Millionen Euro für das Recht, die Spiele der Champions League zu zeigen.Da das Zweite Deutsche Fernsehen ein öffentlich-rechtlicher Sender ist unterliegt er dem Werbeverbot nach 20 Uhr. Somit entfällt ein entscheidender Weg, um die Kosten für die Champions League zu refinanzieren. Das wiederum bringt die Kritiker auf den Plan. Sie monieren, dass das ZDF gebührenfinanziert sei und nicht so viel Geld für den Erwerb der Champions League-Rechte hätte ausgeben dürfen. Dieselben Kritiker haben vor einigen Jahren ähnliches gesagt, als die ebenfalls öffentlich-rechtliche ARD die Senderechte für die Erste Bundesliga kaufte. Allerdings waren sich die gleichen Kritiker noch ein paar Jahre zuvor einig, dass es ein Skandal sei, dass die Bundesliga im Privatfernsehen gezeigt wurde. Was soll man also davon halten? Einerseits werden pro Monat für einen Standard-Haushalt gut 18 Euro fällig; diese Gebühr wird ab dem kommenden Jahr auch für alle Haushalte gelten, die keinen Fernseh-Apparat, dafür aber einen Computer mit Internetanschluß haben. Andererseits werden über 50 Millionen Euro in ein ohnehin schon gut laufendes Geschäft investiert. Kein Kulturauftrag. Keine Randgruppe, die gefördert wird. Nur Zielgruppenmarketing. Offenbar ist das ZDF im Unternehmertum angekommen. Mal schauen, wie lange sie den Spagat durchhalten, die Champions League ohne Werbung zu zeigen, ohne gleichzeitig einen Erhöhung der GEZ-Gebühren zu fordern.