Wieso muß alles Mögliche ins Impressum einer Website?

Wieso muß alles Mögliche ins Impressum einer Website?

Immer wieder kriegen die Bertreiber kleinerer Internetseiten von findigen, geschäftstüchtigen pflichtbewußten Anwälten auf die Finger geklopft, weil bestimmte Angaben im Impressum der Seiten fehlen. Bei Schiller heißt es, wo kein Kläger da kein Richter, aber dank der vielen findigen Anwälte ist oft genug ein Kläger zur Stelle. Welche genauen Angaben man im Impressum angeben muß ist relativ einfach und kann unter anderem auf der Seite Impressum-Recht.de nachgelesen werden. Die Frage, die sich mir stellt, ist wieso es möglich ist, vermeintlich „einfach so“ eine Abmahnung zu schicken, obwohl man eigentlich garnicht betroffen ist. Noch nicht einmal in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das hat dann mitunter so was von dem berühmten Sack Reis, der in China umfällt und am anderen Ende der Welt sagt Minuten später jemand „Aua!“. Oder ist das nur die jurisitische Variante der Chaos-Theorie, das der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan auslösen kann. Betonung auf kann. Ich habe ja eher den Eindruck als handele es sich beim Teledienstmediengesetz oder wie dieses verklausulierte, unverständliche Unsinnsgebilde aus der Hölle in Wirklichkeit heißt um reine Schikane. Erdacht von Leuten, die das Internet als reine Fortführung der gedruckten Presse mit anderen Mitteln sehen und die dezentralen Strukturen nicht erkennen. Die Tatsache, daß es sich beim Netz eben nicht um etwas handelt, wo alle Schreiber gleichzeitig irgendwo sitzen und das dann abdrucken, sondern wo Leute miteinander kommunizieren, die nicht nur nicht im gleichen Raum sitzen müssen, sondern durchaus auch auf verschiedenen Kontinenten und sich noch nicht einmal persönlich kennen müssen – das geht in diesem Gestz verloren. Sogar Weitblicker wie Altkanzler Helmut Schmidt bescheinigen dem Internet zwar Zukunftsfähigkeit, können aber die ganzen Möglichkeiten des Netzes nicht absehen und einschätzen. „Ich empfinde es als bedrohlich“ sagte Dauerqualmer Schmidt der Welt Online. Was die Gesellschaft eigentlich braucht ist ein genereller Neuanfang beim Verständnis der neuen Medien, ihrer Vorteile und ihrer Risiken. Dafür wären die Piraten gut, weil sie jung genug sind es zu verstehen. Einfach nur weitermachen und so tun, als sei das Internet keine Revolution in der Weitergabe von Information ist meiner Meinung nach falsch. Dafür kann es zuviel, und dafür kann es auch zuviel kaputt machen.