Wie steht es mit dem Urheberrecht bei Facebook-Posts?

Wie steht es mit dem Urheberrecht bei Facebook-Posts?

In Zeiten von ACTA und der immer lauter werdenden (aber vollkommen unnötigen) Diskussion um eine Änderung des Urheberrechts stellt sich mitunter die Frage, wie es denn um die Urheberrechte bei Veröffentlichungen in den Social Media wie Facebook oder Twitter bestellt sei. Die Anwältin Katharina Scharfenberg stellt dazu auf der Seite anwalt24.de fest, daß es sich bei der Verwendung fremder Texte und Bilder in Posting in den sozialen Netzwerken natürlich um eine Verletzung des Urheberrechts handelt, die abmahnfähig ist. In ihrem Artikel „Urheberrecht im social web) führt sie aus, dass grundsätzlich immer derjenige, der ein Werk erschafft, als Urheber anzusehen ist. Bei Fotografien ist das viel einfacher festzustellen, als etwa bei Texten oder Illustrationen: Urheber von Fotos ist immer derjenige, der den Auslöser drückt. Und laut Gesetzgeber erfüllt ein Foto auch gleich die notwendige Schöpfungshöhe, die das Werk sogleich schützbar macht. Laut Scharfenberg liegt die schöpferische Leistung des Urhebers in einer bestimmten Einmaligkeit. Bei einem Foto ist es das Festhalten der Millisekunde, in der das Bild geknipst wurde. Daraus resultieren alle urheberrechtlichen Ansprüche des Fotografen. Wenn man also bei Facebook Bilder, die man selbst geknipst hat, hochlädt, dann ist man der Urheber. Analog hierzu besitzt der Urheber des Fotos eben auch alle Veröffentlichungsrechte an diesem Werk, so auch für die Veröffentlichung in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Liegt für die Veröffentlichung eines Fotos bei Facebook (etwa durch „Teilen“ des Bildes) keine Erlaubnis vor, handelt es sich um eine widerrechtliche Veröffentlichung. Auch die öffentliche Zugänglichkeit eines Bildes, etwa bei Google, heißt nicht, daß es keine urheberrechtlichen Ansprüche auf dieses Werk gibt. Auch hier kann eine Veröffentlichung in den sozialen Netzwerken ohne vorherige Erlaubnis einen abmahnfähigen Tatbestand darstellen.