Werden Blogs von den „alten“ Medien unterschätzt?

Werden Blogs von den „alten“ Medien unterschätzt?

Das Internet ist eines der demokratischten Medien überhaupt. Jeder kann seine Meinung zu so ziemlich jedem Thema veröffentlichen und mit etwas Glück auch ein Publikum für seine Ansichten finden. Irgendwo da draußen in den Weiten des Netzes. Dabei ist es natürlich vollkommen egal, ob der Leser im Haus nebenan sitzt oder in einer anderen Stadt oder gar in einem vollkommen anderen Land. Wie stark werden aber die Ansichten und Meinungen, die in Blogs im Internet zum Besten gegeben werden, von den alten, journalistisch geprägten Medien wahrgenommen und ernst genommen? Thema des heutigen Webmasterfriday ist: Werden Blogs von den „alten“ Medien unterschätzt? Wenn man sich die Berichterstattung in den „klassischen“ Medien mal genauer anschaut und darauf achtet, ob diese sich überhaupt auf die Online-Medien berufen, dann stellt man relativ schnell fest: Nein, das tun sie nicht. Es macht mir als Online-Leser den Eindruck, als ob es sich bei der Netz-Berichterstattung ohnehin nur um umgeschriebene Fassungen der Zeitungsartikel handelt. Und auf die braucht man sich ja nicht explizit zu beziehen, weil in solchen Fällen ja sowieso nur das Gleiche im Netz steht wie auch in der Print-Ausgabe. Und was ist mit den Blogs? In Europa ist die Blog-Kultur wahrscheinlich einfach noch nicht so weit gediehen, dass sie außerhalb von sich selbst überhaupt wahrgenommen wird. Jeder kann seine Meinung schreiben. Aber genau hat auch jeder andere das Recht, dieser Meinung ebensowenig Raum zu geben wie allen anderen Meinungen. In Deutschland haben die Aussagen mancher Blogger Gewicht, Sascha Lobo etwa. Was er schreibt und wie er Themen anpackt ist mittlerweile so weit anerkannt, dass er seit einiger Zeit auch für die Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel schreibt. Was aber ist mit den eigentlichen Blog-Seiten? Werden die politischen Kommentare im Netz überhaupt gelesen? Nehmen diejenigen, die sie hören sollen, überhaupt Notiz davon? Das weiß man nicht. Ich bezweifele, dass das Bloggen zu einem gesellschaftlich relevanten Thema wirklich etwas bringen dürfte. Ich glaube ebenfalls nicht, daß es hierzulande möglich sein dürfte, sich einen solchen Stellenwert zu erarbeiten, daß man sich seine Schreibe derart vergolden lassen kann, wie die Bertreiberin der Huffigton Post beim Verkauf an AOL. Hierbei erlöste sie laut Wikipedia rund 315 Mio $. Davon kann man hier nicht einmal träumen. Ich würde die Frage daher so beantworten: die Blogger werden größtenteils von den klassischen, „alten“ Medien nicht unterschätzt. Sie werden schlichtweg einfach nicht wahrgenommen weil sie vollkommen irrelevant sind. Die wenigen, die sich aus der Masse der Blogger hervortun, sind Einzelfälle. Aber angesichts der sinkenden Verkaufszahlen der gedruckten Presse dürfte irgendwann ein Umdenken einsetzen, weil die Online-Generation immer weniger in die Zeitung schaut und den Verlagen damit nicht nur Leser verloren gehen. Der Demokratie geht damit auch bald die Grundlage flöten, denn sie funktioniert nur durch den Austausch von Meinungen, nicht durch stummes Abnicken vorgefasster Positionspapiere in den Gremien.