Weniger ist mehr – Orangina-Plakat vs. Weg.de

Weniger ist mehr – Orangina-Plakat vs. Weg.de

Plakatwerbung ist immer so ’ne Sache. Die Zielgruppe hat entweder gar keine Zeit und rennt nur wie mit Scheuklappen dran vorbei, oder die Werbefläche steht irgendwo im öffentlichen Raum herum und wird von der bunten Umwelt total überlagert. Das gilt für Plakatwerbung auf Straßen und Plätzen genauso wie für Werbeflächen an Bushäuschen und U-Bahnhaltestellen. Gerade deswegen ist es wichtig, die Aufmerksamkeit des Betrachters schnell zu bekommen und die Werbebotschaft kurz und einprägsam zu kommunizieren.
Orangina Plakatwerbung in der U-Bahnhaltestelle Willy-Brandt Platz Frankfurt

Orangina Plakatwerbung in der U-Bahnhaltestelle Willy-Brandt Platz Frankfurt

Neulich fielen mir an der U-Bahnhaltestelle Willy Brandt-Platz in Frankfurt zwei Plakatwände auf, die nebeneinander standen und deren Wirkung auf mich so vollkommen unterschiedlich waren. Da war zum Einen das Plakat für Orangina, zum anderen eins für den Internet-basierten Reiseanbieter weg.de. Was mir an dem Orangina-Plakat gleich auffiel war die Farbwahl: das Logo der französischen Limonade steht in weiß auf der linken Seite, während die charakteristische Flasche wie eine aufgeschnittene Orange rechts in gelb leuchtet. Das Ganze steht auf einem kräftigen, blauen Hintergrund, der sich nach unten hin aufhellt. Relativ unscheinbar erkennt man rechts außen einen Störer mit der Ökotest-Wertung, der aber fast garnicht auffällt. Dieses Plakat erkennt man auch in der größten Rush hour, mit Tüten und Taschen bepackt, wenn man in Eile aus der Bahn zum Termin oder nach Hause hetzt. Eine einfache Botschaft mit klarer ansage für den Rezipienten. So muß Werbung funktionieren, laß deinem Betrachter am besten gar keine Zeit, um über die Botschaft, die ihm untergejubelt werden soll, nachzudenken.
Plakatwand weg.de in der U-Bahnhaltestelle Willy-Brandt Platz Frankfurt

Plakatwand weg.de in der U-Bahnhaltestelle Willy-Brandt Platz Frankfurt

Deutlich schwieriger wird es da bei der Rezeption des Plakats, welches sich direkt daneben befand. Der internet-basierte Reiseanbieter weg.de buhlt darauf um die Aufmerksamkeit der Kunden, tut dies aber in einer Art, die meiner Meinung nach zu kompliziert ist. Das Bild der Frau in der Hängematte ist zwar ein Hingucker, wie man so schön sagt, aber der Wortwitz in der Überschrift „Wir lassen Sie nicht hängen.“ ist irgendwie zu viel. Das Logo auf weiß am oberen Rand wirkt fast wie nicht zum Plakat zugehörig, und so richtig auffalen will das  ganze Plakat nicht. Es wirkt total beliebig und sehr billig gemacht. Dazu noch ein gelber Störer unten links, der trotz der beworben 50% Preisnachlass kaum auffällt und der rechts oben positionierte Stiftung Warentest-Button: viel mehr Durcheinander geht kaum noch.