Was haltet ihr von Wikipedia?

Was haltet ihr von Wikipedia?

Das ist heute ein großes Thema, das der Webmasterfriday da in den Raum stellt: Was haltet ihr von Wikipedia? Martin Mißfeldt wirft in seiner Einleitung gleicht noch ein paar Fragen hinterher, die den gesamten Komplex Wikipedia hinterfragen. Diesen Fragen will ich auf den Grund gehen.Zunächst muß man feststellen, daß die Wikipedia wahrscheinlich die größte Sammlung frei zugänglichen Wissens ist, das es jemals in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Punkt. Noch nie hatten so viele Menschen gleichzeitig zu so vielen Artikel gleichzeitig über dermaßen viele verschiedene Themen freien Zugang. Naja, die meisten haben freien Zugang: die Wikipedia-User in Diktatoren-Staaten wie Nordkorea, dem Iran oder Syrien haben die Zugang beispielsweise nicht, aber das ist ein anderes Thema. Mißfeldt fragt, ob die Artikel überhaupt noch lesbar sind? Und für wen sie geschrieben sind?Naja, die Lesbarkeit hängt ja immer sehr stark davon ab, wer etwas schreibt. Und über welches Thema. Der Designer Kurt Weidemann sagt ja, das Kommunikation das ist, was der Andere versteht. Die Kunst besteht darin, ein Thema, das man selber drauf hat, so aufzubereiten, daß es auch Außenstehende begreifen können. Und bei den meisten Wikipedia-Artikeln, die ich bislang gelesen habe, war es meiner Meinung nach auch der Fall. Wenn ein Doktorand der Atomphysik einen Beitrag zu seinem Teilgebiet der Atomphysik schreibt, dann muß zwar nicht zwangsläufig Fach-Chinesisch dabei herauskommen. Die Gefahr ist allerdings recht hoch. Aber: für welche Zielgruppe schreibt man bei der Wikipedia? Wenn die Autoren ihr Thema komplett auf Anfängerlevel herunterschrauben, dann macht wahrscheinlich das Schreiben keinen Spaß mehr. Und stellt obendrein noch ein große Belastung dar, denn Low Level Schreiben ist deutlich schwerer als für ein fachlich gebildeteres Publikum. Und: wo viele Menschen kochen, so heißt es im Sprichwort, verderben angeblich viele von ihnen den Brei. Und wo viele Menschen gleichzeitig etwas editieren, kommt nicht zwangsläufig immer das Beste heraus. Manchmal kommt auch nur Käse dabei heraus. Um die Qualität der Wikipedia auch weiterhin so hoch wie möglich zu halten, hat Wikipedia ein hierarchisches Autorensystem angelegt.  Widerspricht das dem Open-Community Gedanken? Ich weiß nicht, ob dies zwingend dem Gedanken der gleichberechtigten Mitarbeit Aller an der Erschaffung eines größeren Ganzen zuwiderläuft. Es  ist aber sicher, daß die Sicherung der Qualität der Beiträge in der Wikipedia ein weitaus wichtigeres Gut sind, dem der Open Commuinity Gedanke unterzuordnen ist. So ähnlich sieht das Blogger-Kollege Lucas Scheel in seiner Betrachtung des Thema auch. Sascha Oertlin (www.blogverdiener.de) untersucht den Nutzen, den Blogger mit der Wikipedia haben und kommt zu dem Schluß, das sie unverzichtbar ist, er sieht aber auch Möglichkeiten, sie kommerziell zu nutzen, z.B. durch AdSense Werbung oder Banner. Dies möchte Sabine (www.sabienes.de) verhindern und freut sich, „daß kein Schuhversender“ dort Werbung macht. Fazit: die Wikipedia ist etwas ganz Großes. Etwas daß sich zu schützen lohnt und wofür ich mir vorstellen könnte, einen Obulus zu leisten. Wenn man in Deutschland gezwungen werden kann, einen Beitrag fürs Fernsehen zu bezahlen, wieso nicht auch etwas für die Wikipedia? Wie wäre es mit einer freiwilligen Spende unserer Großkonzerne? Freiwillige vor! Wo sind denn die Großunternehmen, wenn es um etwas wirklich Bedeutsames geht? Telekom, Siemens, Deutsche Bank?