Sex im Internet – Süchtig nach Erotik

Sex im Internet – Süchtig nach Erotik

Die Frankfurter Rundschau berichtete dieser Tage über eine Studie der Gießener Justus Liebig Universität, bei der die Internet-Sexsucht untersucht werden soll. Dabei sollen die Grundlagen dieser neuen Ausprägung der modernen Kommunikation beleuchtet werden, die überhaupt erst in den letzten Jahren als stoffungebundene Krankheit mit ähnlichen Symptomen bezeichnet wurde. Dass das Internet seit Jahren mehr ist als nur ein neues Kommunikationsmittel ist klar. Und dass dieses neue Medium so wie alle Medien durch die Sexindustrie instrumentalisiert wird, dürfte auch der Letzte mitbekommen haben. Wie aber funktionieren die Betroffenen, die sich wie unter Zwang ein Pornofilmchen nach dem anderen aus dem Netz ziehen oder in der Hoffnung, neue Sexkontakte zu knüpfen herumsurfen? Um diese Zusammenhänge im Gehirn zu verstehen hat die Uni Gießen mit einer Studie zu Suchtverhalten bei Sexangeboten im Internet begonnen. Rudolf Stark, Professor für Psychotherapie und Systemneurowissenschaften, und sein Team untersuchen dabei Süchtige und Nicht-Süchtige, befragen sie nach ihrem Sexualleben und messen ihre Reaktionen und Konzentrationsfähigkeit, wenn sie sexuellen Reizen ausgesetzt. Hierzu werden den Probanden in einem MRT abwechselnd schockierende Bilder und Pornobilder gezeigt und ihnen hinterher Logik- und Konzentrationsausgaben gestellt. Anhand der Ergebnisse dieser Test erhofft man sich Erkenntnisse über die Wirkung von Internet-Sex auf den menschlichen Geist. In der Psychotherapeutischen Ambulanz bekommt Stark mit, wie groß der Leidensdruck der Betroffenen ist, deren Beziehungen oftmals an der Sucht zerbrechen. Wie bei anderen Süchten auch steht am Anfang meist ein negatives Erlebnis, das mit Internet-Pornos kompensiert wird und am Ende zum Zwang führen kann. Ähnlich wie bei Computer-Spielsüchtigen verspüren Betroffene den Drang, Sexbilder und -Filme zu konsumieren, wenn sie nur den Bildschirm einschalten. Mehr zum Thema