Regener hat recht – Eine Lanze für das Urheberrecht

Regener hat recht – Eine Lanze für das Urheberrecht

Der deutsche Musiker Sven Regener wurde vom Bayrischen Rundfunk gebeten, ein kurzes Statement abzugeben und poltert stattdessen los: über die umgreifende Kostenlos-Mentalität, über das Urheberrecht und die Unart, den Kreativen ihr Geld vorenthalten zu wollen. Kaum wehrt sich mal einer wie Metallica, die damals Napster vor Gericht zerrten und gewannen. Und galten als Kapitalisten. Jetzt rechnet der Regener ab und erntet einen Shitstorm. Aber: Regener hat recht. In den teils feindseligen Reaktionen bei Twitter und sonstwo zeigt sich, dass der getroffene Hund eben doch bellt. Viele Internetnutzer sind es mittlerweile gewohnt, für die Leistungen, die sie bekommen, wie Musik oder Filme, nichts zu bezahlen. Und sie denken, das sei auch noch ihr gutes Recht. Dem ist aber nicht so. Ich will jetzt nicht so weit gehen, die Maxime „Was nix kostet ist nix wert“ zu verteidigen, aber wer grundsätzlich nichts bezahlt, kann manche Dinge einfach nicht wert schätzen. Und zwar im allerwahrsten Wortsinn. Wie viele von uns nutzen das Internet ohne sich dabei Gedanken zu machen, was es kostet, die Nachricht lesen zu können oder jenes Feature kostenlos nutzen zu können? Nehmen wir als Beispiel Cloud Computing: der neueste Hype der IT-Industrie isteine tolle Sache. Wenn man immer auf unterschiedlichen Computern arbeitet, kann man Zugriff auf die letzte Version eines Dokuments bekommen, ohne vorher alles mühsam auf einen Wechseldatenträger überspielen zu müssen. Wer jemals selber Speicherplatz angemietet hat, hat eine ungefähre Vorstellung davon, wieviel das kostet. Und jetzt multiplizieren wir die Zahl mit mehreren hundert Millionen, nämlich der Zahl derer, die jetzt auch alle „in die Cloud“ wollen. Wer zahlt denn da eigentlich den Strom für diese Unmengen an Festplatten? Ein anderes Beispiel ist die Musik, also einem kreativen Standbein von Sven Regener. Neben seinem Bestseller Herr Lehmann ist er ja auch in der deutschen Band Element of Crime tätig: nicht unbedingt eine Arenen-füllende Combo, aber über die Plattenverkäufe und die Gema dürfte doch ein nettes Sümmchen zusammenkommen, dass man natürlich gerne mitnimmt. Allerdings werden kleinere Bands ohnehin nicht so viel bekommen wie die Branchenriesen, sodass es aber den Kleinen mehr auffällt, wenn die Zahlungen von der Gema weniger werden oder ganz ausfallen. Und als solcher hat sich Sven Regener echauffiert. Und das vollkommen zu Recht. Es dürfte Madonna oder Robbie Williams nicht mal auffallen, ob sie 10 oder 15 Millionen Dollar aus Urherrechten bekommen. Beide dürften dermaßen gute Deals mit ihren Plattenfirmen abgeschlossen haben, dass sie gut versorgt sind. Aber der Diebstahl bei den Kleineren und den ganz Kleinen trifft die umso härter. Und deshalb ist es nicht vertretbar, dem Diebstahl tatenlos zuzuschauen. Denn auch hier hat Regener recht: eine Gesellschaft, die ihre Künstler so herablassend behandelt und ihnen so wenig Wert beimisst, ist selbst nichts wert.