Kommunikation ist nicht was jemand sagt

Kommunikation ist nicht was jemand sagt

Der bekannte deutsche Typografie-Papst Kurt Weidemann pflegte bei seinen Auftritten seinen grafisch tätigen Designer-Kollegen folgenden Satz um die Ohren zu hauen: Kommunikation ist nicht das was man sagt, sondern vielmehr das was das gegenüber versteht. Viel zu oft wird bei der öffentlichen Kommunikation nach dem Grundsatz verfahren, Dinge anzureißen ohne dafür Sorge zu tragen, dass die Personen die man erreichen wollte auch tatsächlich verstanden haben worum es geht. Schon Loriot hat die zwischenmenschliche Fehlkommunikation in vielen seiner Sketche aufgegriffen und vor Augen geführt. Achten Sie beim Verfassen Ihrer Texte darauf für wen Sie schreiben. Wenn ihre Zielgruppe eher dem sogenannten bildungsfernen Milieu zuzurechnen ist, dürften ihre geschickt eingebauten Goethe- und Shakespeare-Zitate ins Leere gehen undunverstanden bleiben. Falls sie uberhaupt erkannt werden. Umgekehrt kann man beim Bildungsbürgertum auch nur bedingt mit gewollter Provokation à la Ingo Appelts „Ficken“ Punkte sammeln. Abgesehen natürlich von der Tatsache, dass sich sowas sehr schnell tot läuft und in seiner Lustigkeit erschöpft: es zeugt auch nur bedingt von Stil. Bessere Bildung tut da not. Das Internet hat nicht nur die Kommunikation an sich revolutioniert und Wissen für fast alle zugänglich gemacht: es hat auch die Erwartungshaltung beim Publikum so stark ansteigen lassen dass man sich langatmiges Geschwafel kaum noch leisten kann. Dabei ist die Zeitspanne, die jemand bereit ist, auf die gewünschte Information zu warten, sehr kurz geworden. Kommen sie also zum Punkt und bleiben sie beim Thema, aber sorgen sie auch dafür das ihre Nachricht auch verstanden wird. Denn nichts liegt für enttäuschte Internet-Surfer näher als der nächste Klick zu einer anderen Seite. Und meist kommen solche Besucher nicht wieder.