Jagd auf irreführende Werbung

Jagd auf irreführende Werbung

Die Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau berichtet dieser Tage über ein Urteil aus den USA, wonach der italienische Süßwarenkonzern Ferrero wegen irreführender Werbung drei Millionen Dollar zahlen muss. Die Klägerin war angeblich entsetzt, als sie erfuhr dass der beliebte Brotaufstrich Nutella den Nährwert und den Zuckergehalt eines Schokoriegels habe. Sapperlot! Wie kan das bloss sein? Wo doch das Zeug schokobraun ist und unglaublich süss? Gute Frage. Um solche naheliegenden Fragen zu unterbinden, hat Ferrero wahrscheinlich seine Werbung für Nutella in den USA deshalb so ausgerichtet, dass das Produkt zusammen mit anderen als gesund geltenden Nahrungsmittel präsentiert. Wenn glückliche Menschen neben Orangensaft, Milch oder Vollkornbrot auch Nutella frühstücken denkt der Verbraucher, dass der Schokoaufstrich genau so gesund ist. Genau dort hakte das Gericht ein. Es vertrat die Meinung, dass die Nährwertangaben deutlicher und geößer auf dem Glas angebracht werden müssen. Dazu passt, dass mittlerweile einige Produkte an der Grenze zur Hinterlist beworben werden. Da dürfen Kalbswiener neben Kalbfleisch noch andere Fleischsorten enthalten aber dennoch so heißen. Ebenso Wildsalami. Oder ein Schokopudding, der von sich selbst in der Werbung sagt, er mit „extra leckerer Schokosahne und Schokoladensauce“ zubereitet. Dabei ist Schokolade gerade mal zu drei Prozent enthalten. Diesen Schummeleien hat die EU-Kommission den Kampf angesagt. Ende März 2012 wurde in Brüssel beschlossen, dass Produkte nur noch mit Slogans und Claims beworben werden dürfen, die wissenschaftlich belegbar sind. Das bedeutet laut einem Bericht der Berliner Zeitung europaweit das Aus für 1600 Werbesprüche, wie beispielsweise „probiotischem Joghurt“, weil es für dessen Gesundheitsförderlichkeit keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Mal sehen, wann die EU den nächsten Hammer schwingt.