Internet-Firmen an die Börse: reloaded

Internet-Firmen an die Börse: reloaded

Beim Computer-Portal heise.de lese ich heute, dass der Börsenwert eines mir vollkommen unbekannten Bewertungsportals namens Yelp gesunken, weil dies oder das passiert ist. So weit so schlecht. Oder gut, wie man’s nimmt. In der kurzen Meldung Bewertungsportal Yelp sackt an der Börse ab geht es darum, dass Yelp nach den ersten Tagen am Aktienmarkt mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen hat und der Wert einer einzelnen Aktie nach Zuwächsen von 64 Prozent nun unterhalb des Ausgabepreises liegt. Das erinnert doch fatal an die sogenannte Dot Com-Blase, die Anfang der 2000er Jahre platzte und uns allen damit einen kleinen Vorgeschmack in Sachen Krise gab. Es verwundert mich, dass Anleger immer noch oder schon wieder so dumm sind, solchen fadenscheinigen und unschlüssigen Konzepten zu vertrauen. Es mag sich ja seit den Zeiten von Marx und Engels einiges verändert haben, aber das Grundproblem bleibt doch: das Unternehmen selbst muss den Mehrwert erzeugen. Bewertungsportale verkaufen Werbung auf ihren Seiten, die nur dann lukrativ angeboten werden kann, wenn andere Internet-Surfer zahlreich die Bewertungen anklicken, die wiederum andere verfasst haben. Da muss dann der Inhalt der Bewertung stimmen, den man natürlich auch überprüfen muss und so weiter. Vor einem solchen Hintergrund schwint es verständlich, dass Yelp zwar 80 Millionen Dollar Umsatz, aber auch 16 Millionen Dollar Verlust gemacht hat. Oponions are like assholes sagt Clint Eastwood immer und immer wieder. Und jedes Mal fügt er hinzu, dass die Krux an dieser Tatsache die ist, dass nunmal jeder eins hat: sowohl eine Meinung als auch ein Arschloch. Ein Portal dass sich mit kostenfrei erstellten Restaurantkritiken von mir unbekannten Personen meint, am Markt behaupten zu können, erscheint mir unlauter.