Gewerbeschein für Grafiker und Designer?

Gewerbeschein für Grafiker und Designer?

Gerade wenn man selbständig als Künstler oder im kreativen Bereich tätig ist stellt sich die Frage, ob man zur Ausübung dieses Berufes einen Gewerbeschein benötigt oder nicht. Besonders wenn man nur als Einzelperson tätig ist ist die Frage berechtigt, ob ein Gewerbeschein überhaupt Sinn macht, weil außer zur Beantragung eines Großhandelsausweises wie für die Metro fällt mir spontan kein guter Grund ein, wieso man einen bräuchte. Um der Sache genauer auf den Grund zu gehen fragte ich direkt beim Finanzamt nach, ob ich den Gewerbeschein, den ich seinerzeit beantragte überhaupt benotigte. Auf meine Frage, ob ich denn zur Ausübung einer selbständigen Tätigkeit auch einen Gewerbeschein bräuchte, antwortete mir meine Sachbearbeiterin damals: Nein. Es gäbe eine kleine Definition dessen, was gewerbescheinpflichtig sei und was nicht. Einen Gewerbeschein, sagte die Sachbearbeiterin des Finanzamtes, brauche man wenn man Handel betreibt, also Waren einkauft und mit dem Ziel, Gewinn zu erzielen, wieder verkauft. Tut man dies nicht, dann braucht man auch keinen Gewerbeschein. Im Falle von Künstlerin, Grafikern und Designern sieht die Sache so aus: wenn man lediglich seine eigene Arbeitskraft bzw. Arbeitszeit in Rechnung stellt, dann handelt es sich nicht um eine gewerbescheinpflichtige Tätigkeit. Wenn man allerdings auf die Rechnung der Druckerei noch etwas draufschlägt oder eingekaufte Arbeitsleistungen mit der branchenüblichen Marge weitergibt, dann werden die Kriterien für ein Gewerbe erfüllt.