Es lebe das Sponsoring

Es lebe das Sponsoring

Fußball. Fußball. Immer wieder Fußball. Als gäbe es nichts anderes. Sehr naheliegender Gedanke. Irgendwie gibt es ja jetzt auch nichts anderes. Es gibt ja auch keine andere Weltmeisterschaft, die jeder als „WM“ bezeichnet. Es gibt in (fast) jeder Sportart eine Meisterschaft der Besten der Welt, die Eishockey-WM, die Springreit-WM, die Tischtennis-WM oder die die Schwimm-WM. Aber die Fußball-Weltmeisterschaft ist doch irgendwie das einzige Sportereignis, das allgemein als „die WM“ bezeichnet wird. Warum also dann von oben versucht wird, den Namen allgemein in „FIFA WM™“ zu ändern, verstehe ich nicht. Als ob der andere Fußballweltverband auch eine Meisterschaft ausspielen würde? Der Verband, in dem die Beckhams, Zidanes, Ballacks und Ronaldos nicht organisiert sind, sondern nur die Kreisliga-Kicker. Mich nervt nervt neben dieser Inszenierung der Weltmeisterschaft als Marke auch der Überfluß an Markenartiklern, die ihren Namen in diese WM mit einbringen. McDonald’s präsentiert die Kinder-Eskorte, Budweiser Bier sponsort die Wahl zum besten Spieler des Matches, Gillette schenkt Beckham die Rasierer, etc. Und dieser ganze Wahnsinnn kostet womöglich mehr Geld als daß es Geld bringt. Ach Mann, wo ist meine WM von früher hin? Damals in Spanien, da ging es doch auch. Da gab es Sammelbildchen von Duplo und Hanuta, und das war’s. So will ich das wieder haben. Und den ganzen Sponsoring-Unfug kann Sepp Blatter behalten, um Geld für sich selbst und seine Untertanen zu erwirtschaften. Und er sollte auch mal bei Gelegenheit dran denken, daß sein Fest des Fußballs ohne die Fans und die ganzen Leute, die sich aus wirklicher Freude über das Ereignis ein überteuertes T-Shirt mit einem doofen WM-Logo kaufen, daß ohne diese grundehrlichen Fans seine WM eben nur eine von vielen Weltmeisterschaften wäre. Denn die Fans lassen sich ein T-Shirt besticken mit Logos, die sie gut finden, und nicht nur weil diese Unternehmen sich die Namensrechte gekauft hat. Die Fans sind es, die die WM so einzigartig machen. Nicht die tollen Sponsoren, nicht die ästhetischen Bilder der Spieler und nicht die Machenschaften des Herrn Blatter.