Erste Schritte hin zur Website

Erste Schritte hin zur Website

Wenn man sich daran macht, eine Website anzulegen, steht man als Designer sehr oft ganz schnell vor der ersten Hürde, die meist auch schier unüberwindlich scheint. Aus einem großen Haufen an organisatorischen Informationen und hierarchischen Abhängigkeiten muß eine Struktur geformt werden, die gleichzeitig nachvollziehbar und reell ist als auch für den Nutzer verständlich ist. Soviel vorweg: viele Webseiten scheitern an dieser Aufgabe, weil sie zu sehr vereinfachen und dadurch nicht die internen Abläufe und Zusammenhänge eines Unternehmens darstellen können. Oder aber man übertreibt das andere Extrem und erschlägt den Benutzer mit einer Vielfalt an detaillierten Informationen, die dieser so gar nicht braucht und wahrscheinlich auch nicht auf Anhieb verstehen kann. Je größer eine Firma, sei es eine Großbank oder ein Unternehmen mit Niederlassungen in der ganzen Welt, desto mehr muß eine Website leisten, um alle Bedürfnisse der Benutzer bedienen zu können. Das bedeutet, dass der erste Schritt, wenn man eine Website erstellen will, oder eine bestehende Webpräsenz umgestalten will, eine genaue Analyse der Strukturen sein muß. Welche Abteilung macht was, wer leitet welchen Bereich? Was macht die Firma überhaupt? Wer ist wofür verantwortlich? Wie heißen die Produkte, die das Unternehmen anbietet und zu welchen Konditionen kann man sie erwerben? Gibt es Zugangsbeschränkungen für Endkunden? Für wen ist die Website, die erstellt werden soll, überhaupt relevant? All diese Fragen bedeuten, dass die Mitarbeiter des Unternehmens im Vorfeld viele Hausaufgaben erledigen müssen, bevor man als Webdesigner tätig werden kann. Da heißt es, dass man vorher alle wichtigen Fragen in gemeinsamen Treffen formulieren und zufrieden stellend beantworten muß, damit man an die Konzeption gehen kann. Die Zielgruppe Wenn sich die Website an Endverbraucher richtet, die sich über ein bestimmtes Produkt informieren sollen und auf der Seite die Möglichkeit haben sollen, es online zu erwerben, dann empfiehlt sich ein anderer Aufbau als wenn es sich z.B. eine Seite für einen gemeinnützigen Verein handelt. Die freiwillige Feuerwehr verkauft nichts und braucht deshalb keinen Online-Shop. Interessant dürfte beispielsweise auch sein, ob diejenigen, die hinterher die Seite frequentieren sollen, eher jung oder alt sein werden. „Ältere Semester“ erwarten meist andere Features als Jüngere und fühlen sich durch manches blinkende und animierte Highlight eher gestört als angezogen. Dies sollte man unbedingt im Hinterkopf haben. Außerdem kann es wichtig sein, ob zu erwarten ist, dass die Seite auf mobilen Endgeräten wie iPhone oder Android-Handy angeschaut wird. Dann muß nämlich eine mobile Version der Website programmiert und gepflegt werden, die speziell für diese Art von Geräten erstellt wird. Der Informationsumfang Manch einer hat mehr zu sagen als andere, das ist eine Allgemeinweisheit. Gleiches gilt für Selbstdarstellungen im Internet – ein Unternehmen, das mehrere hundert Produkte anbietet wird wahrscheinlich mehr mitzuteilen haben als ein einzelner Handwerker, der nur Einzelstücke fertigt. Analog muß man bei den grundsätzlichen Überlegungen zu einer Website dran denken, dass man z.B. einen Download-Bereich anbietet, der alle Bedienungsanleitungen der Produkte bereithält. Das Internetzeitalter hat die Leute bereits so stark geprägt, dass man eine fehlende Anleitung nicht mehr per Post anfordern würde – man erwartet einfach, dass der Hersteller sie als PDF im Web anbietet. Alles andere wäre ein für den Kunden nicht hinnehmbarer Rückschritt. Das kann widerum bedeuten, dass sich der Umfang der Website um ein Vielfaches vergrößert und man eine Datenbank für die Verwaltung dieser Dokumente in Betracht ziehen muß. Die Aktualität Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Und nichts ist so irrelevant wie abgelaufene Nachrichten im Internet. Es gibt leider viel zu viele davon und so ganz vermeiden lassen sie sich wohl nie. Was man aber tun kann, um später keine veralteten News auf der Seite zu haben, ist sich vorher überlegen, wie man die Seiten aktualisieren will. Ob man für eine laufende Aktualisierung überhaupt Kapazitäten frei hat. Abgelaufene Nachrichten vermitteln den Besuchern keinen guten Eindruck, und dabei ist es egal, ob es sich um die Seiten eines weltweit operierenden Konzerns oder einer kleinen Ein Mann-Hinterhof-Firma handelt. Wer soll die Seiten pflegen? Muß gegebenenfalls eine zusätzliche Kraft eingestellt werden, um die Pflege zu übernehmen? Gibt es unter Umständen eine Sekretärin, die Erfahrung im Umgang mit Content Management Systemen hat? Braucht man eine Schulung, um die Seiten aktualisieren zu können? Es gibt also eine Menge Fragen, die man beantworten muß, bevor man sich ans Werk machen kann, um eine kompetente und wirkungsvolle Website zusammen zu stellen, die den Erfordernissen der Besucher Rechnung trägt und die größtmögliche Aussagekraft hat.