Der Confed-Cup: Zu Gast bei Amerikanern

Der Confed-Cup: Zu Gast bei Amerikanern

Da ist sie also gelandet, die Werbekarawane der FIFA mit all ihren offiziellen Partnern, Premium Partnern, Sponsoren, und so weiter. Ich war gestern beim Eröffnungsspiel des Confederations Cup (auch so eine relativ überflüßige Erfindung der Kapital-Aufhäufer aus der FIFIA-Zentrale) und da konnten wir Europäer mal sehen, wie man in der Schweiz glaubt, daß man ein von amerikanischem Geld finanziertes Turnier mit Beteiligung einiger namhafter und einiger sehr namenloser Teams organisert und gestalten soll. Und die Auswüchse dieser Werbetreibenden wirkt teilweise so absurd, daß man nicht umhin kann, lauthals zu lachen. Obwohl z.B. Mastercard die „offizielle Kreditkarte des Turniers“ ist, meinen Sie wirklich, Sie könnten in der Halbzeitpause Ihre Wurst und Ihr Bier mit Kreditkarte bezahlen? Und in einem Biertrinkerland wie Deutschland ein Turnier durch die Ami-Marke Anheuser-Busch bewerben zu lassen, erscheint mir einfach widersinnig. Ich meine, den Deutschen amerikanisches Bier näher bringen zu wollen – da kann man auch gleich ne Kneipe in Mekka aufmachen. Außerdem sehr interessant war die Tatsache, daß der Sponsor McDonalds dafür gesorgt hat, daß es keine Bratwurst mehr gibt. Natürlich gibt es auch nix von McDonalds, weil das würde sich ja nicht wirklich lohnen, für die kurzen Pausen in den Spielen extra ein komplettes McD-Restaurant aufzubauen. Also gab es Snacks. Teure Snacks. Kann mir einer mal sagen, wie die Amis drauf kommen, daß man ein Fußballspiel mit „Snacks“ durchstehen kann? Da wir Engländer das moderne Spiel erfunden haben, die Italiener das uralte Spiel, den Calcio storico, erfunden haben, die Deutschen dem Spiel den Kampf gaben, die Schotten die Brutalität, die Mexikaner die Welle… Ich will unser Spiel zurück. Unser Spiel, das Spiel der Fans, nicht daß der Sponsoren, Premium Partner und sonstigen Anzugträger. Die sollen in ihren Logen sitzen und ihre Hummerstückchen lutschen, aber uns die Bratwurst lassen, und uns vor allem mit diesen unsinnigen amerikanischen Errungenschaften verschonen, wie dem „Player of the match – presented by xx“, oder „xyz proudly presents Today’s Top Fan of the Match“. Das braucht hier keiner… Vielleicht ist es unseren amerikanischen Bündnisfreunden noch nicht aufgefallen: wir hier drüben sind keine Amerikaner, wir halten 250 Jahre alte Häuser nicht für antik. Wir fanden das mal geil, auf ner wiese zu stehen und ein Spiel zu schauen. Später dann, auch im Stehblock, aber doch nicht in diesen Mulitfunktions-HighEntertainment-Level-Stadien… Es war unser Spiel, es muß auch unser Spiel bleiben. La lucha continua!