Sprache wird durch Schrift erst schön, heißt es in einem Merksatz für Bleisetzer aus dem letzten Jahrhundert. Wahrscheinlich ist der Satz aber schon viel älter. Heutzutage ist das Medium zwar ein anderes und moderneres, aber auch hier gilt: Typografie ist das halbe Webdesign. Wenn man beim Layouten nicht auch schon an diejenigen denkt, die das Feschreibsel hinterher lesen sollen, dann kann einem als Designer schnell der Gaul durchgehen. Die Folge ist oftmals, dass ein womöglich interessanter Artikel nicht gelesen, weil die Gestaltung die Leser nicht anspricht.

Gute Gestaltung muss im modernen Designkontext zwei Aufgaben erfüllen: einerseits den Content in einem guten Licht darstellen, damit die Leser animiert werden, sich damit auseinanderzusetzen. Je komplexer das Thema des Artikels ist umso mehr Bedeutung muss dieser Aufgabe beigemessen werden. Andererseits darf die Gestaltung eines Artikels fürs Web und sein gesamtes Drumherum den Content nicht erschlagen, ihm den Rang an Wichtigkeit versuchen, abzulaufen. Zu nüchternes Layout widerum sieht schnell langweilig aus und ödet die User an. Auf der anderen Seite lenkt zuviel Eye Candy wie blinkendes Flash oder jQuery-Effekthascherei auch nur vom Wesentlichen ab. Was also tun?

Solide Typografie ist im Internet genau so wichtig wie auch im Print-Bereich. Der Inhalt kann noch so gut sein, wenn ihn der Leser nicht richtig lesen kann, dann wird er meist auch nicht gut verstanden und somit verfehlt der Text sein eigentliches Ziel. Als Designer, die auch mit Schrift arbeiten, sind wir per se auch Typografen. Es ist unsere aufgabe, die Botschaften unserer Kunden so gut wie möglich „an den Mann“ zu bringen. Dies geschieht am Besten, indem man den Kern der Botschaft erfasst und durch gute Schriftgestlatung unterstreicht und verstärkt. Kurzlebige Trends wie auch für das Auge anstrengende Effekte, die die Aufmerksamkeit des Lesers abziehen, sind dabei zu vermeiden.