Wieso und wofür spenden?

Wieso und wofür spenden?

Irgendwo ganz tief innen drin hat wohl jeder ein mildtätiges Herz, das dann und wann mal zum Einsatz kommt. Die meisten von uns, die in der sogenannten ersten Welt aufgewachsen sind und dort leben, kennen nicht das Schicksal derer, denen es nicht so gut geht, aus welchen Gründen auch immer dies sein mag. Beim heutigen Webmasterfriday geht es um die Frage, wofür man spendet und ob man sich beispielsweise auch von Online-Spendenaufrufen angesporchen fühlt. Wenn man gedanklich mal weggeht vom wirklich schlimmen Elend, dass es auf der Welt gibt, dann gibt es viele verschiedene mildtätige Dinge, für die es sich lohnt zu spenden. Der Eingangsartikel beim Webmasterfriday listet da einige auf: Wikipedia, freie Musik und andere „moderne“ Zivilisationsgeschichten. So sehr ich auch diese Anstrengungen unterstütze und gut heiße, so sehr beeindruckt mich aber das Elend in der Welt. Als Mensch, der in den siebziger Jahren groß geworden ist, kann ich mich noch an viele Fernsehbilder erinnern, von hungernden Menschen in Afrika, an Flüchtige aus Südostasien, die ohne Zuwendung aus der „ersten Welt“ mit Sicherheit keine Zukunft gehabt hätten, an schlimme Bilder, die ich als Kind natürlich noch nicht wirklich verstehen konnte, die aber mein Denken mit geprägt haben. Heute, wo ich selber Kinder in diesem Alter habe, versuche ich Ihnen diese Feingefühl und diese Umsicht weiterzugeben, damit sie nicht nur ihr eigenes Leben im Blick behalten, sondern auch erkennen, dass es anderen Menschen womöglich noch weitaus schlechter geht als ihnen. Ich habe vor einigen Jahren schon eine Patenschaft für ein Mädchen in Bangladesh übernommen und spende in unregelmäßigen Abständen an Amnesty International und Greenpeace. Dafür zahle ich keine Kirchensteuer, weil ich nichts von institutionalisierter Religion halte. Das mag sich zwar anhören wie Ablaßhandel, und wahrscheinlich ist es das auch irgendwie, aber jeder muß ja irgendwie glücklich werden. Friedrich der Große hat zwar gesagt, man soll, aber eigentlich ist es ja, dass man’s muß. Ich denke, es gibt kaum einen Spendenzweck für den es sich nicht lohnt zu zahlen, ob das örtliche Tierheim, die damit das Leid der Tiere lindern oder für die Verbreitung von freiem Wissen durch die Wikipedia. Entscheidend ist, daß man sich nach Möglichkeit mit dem Sinn der Mildtätigkeit, für die man spendet, auseinandersetzt und dahinter steht.