Wer nutzt noch gedruckte Telefonbücher?

Wer nutzt noch gedruckte Telefonbücher?

Es ist echt nicht zu fassen, mit welchem Brimborium und Werbeaufwand, alljährlich die gedruckten Telefonbücher unter die Leute gebracht werden. Und dabei braucht die doch irgendwie keiner? Jedes Jahr sieht man die Promotoren an den angesagten und bevölkerungsträchtigsten Plätzen herumstehen und Telefonbücher verteilen. Zumindest haben sie immer welche in der Hand. Im Gegensatz zur Laufkundschaft, die sich nämlich irgendwie garnicht für die schweren Bücher zu interessieren scheint. Aber wieso will keiner die Telefonbücher haben? Nun, das Problem des Telefonbuchs ist sein Medium. Es ist ein Relikt der Vergangeheit, der guten alten Zeit. Als es nur wenige Telefonanschlüsse gab und Begriffe wie berufsbedingte Mobilität noch unbekannt waren, war eine gedruckte Sammlung aller Telefonnummern mit Sicherheit eine total praktische Sache. Aber heutzutage, wo alles immer schneller ist, wo Handlungsabläufe und Tätigkeiten immer mehr beschleunigt werden, um auf der anderen Seite Zeit für andere Dinge zu haben, braucht niemand mehr Telefonbücher. Sie sind vollkommen veraltet. Telefonbücher wie sie Gelben Seiten oder das Örtliche sind schneller veraltet als sie in Druck gehen können. Online Telefonregistet sind aktueller und vor allem mit Smartphones auch per mobilem Internet von überall zu erreichen. Der Vorteil einer zentraken Sammlung aller Telefonnummern entfällt wenn man die gleiche Auskunft mit dem Handy bekommen kann. Und das auch noch tagesaktuell. Telefonbücher wie die Gelben Seiten machen ebenfalls keinen Dinn mehr. Wenn ich einen Handwerker suche, werde ich wohl kaum einem Buch vertrauen, dass mir wenig mehr über ein Unternehmen mitteilenkann als die Telefonnummer und die Adresse. Wer heute einen Handwerker sucht, der gibt den Ort und die gewünschte Dienstleistung in Google ein. Dort bekommt man meist neben einer Auswahl aller paasenden Betreiebe auch Links zu deren Internetseiten, wo man sich auch gleich umfassend informieren kann. Angesicht dieses Informationsangebots und der Tatsache, dass sowieso kaum einer noch Notiz von den armen Teufeln nimmt, die versuchen, die Telefonbuchstapel abzutragen, muss die Antwort lauten: niemand braucht noch gedruckte Telefonbücher!