Was bleibt vom Think different bei Apple?

Was bleibt vom Think different bei Apple?

Ich wundere mich langsam uber garnichts mehr. Als ich anfing, Computer im täglichen Leben zu nutzen, gab es den schier unüberwindlichen Graben zwischen den Windows-Usern und der Apple Fraktion. Beide Gruppe waren Feuer und Flamme für „ihre“ Computerplattform und lieferten sich heftige Wortgefechte. Doch was ist davon noch geblieben? Waren Microsoft Kisten anfangs die archaischen Steinzeitmaschinen, mit antiker und geklauter Technologie, schlecht zu bedienen und obendrein noch scheiße aussehend, strahlte Apple mit dem Image eines Pioniers. Think different und jeder übte sich darin, das Paradoxon des Anders seins in der Gruppe zu erfüllen. Jeder dachte also anders, aber alle glaubten die an die Heilsbotschaft des Steve J. Die Firma strauchelte im Börsengewitter Ende der neunziger Jahre und konnte nur durch viel Glück das Ebde abwenden. Um dann als strahlender Schwan aus der Krise hervorzugehen und zur teuersten Firma der Welt abzusteigen. Beliebt bei allen. Nicht nur bei den Andersdenkenden, also den Kreativen und Designern, die schon immer meinten, ein Gerät mit dem Apfel haben zu müssen. Sondern auch bei den hippen und schönen Menschen beliebt. Denen die sich nicht für den Glaubenskrieg hinter den Computersystemen interessieren. Das sind diejenigen, die den iPod zum Schlager gemacht haben undden Zune floppen liessen. Weil Apple sich geschickt als coole Marke angeboten hat. Und weil Microsoft noch immer das Image eines lungenkranken Dinosauriers anhaftet. Was aber hinter der ganzen Think different Fassade steckt merkt man an der kleinkarierten Haltung, mit der Apple Computer versucht, juristisch gegen seinen Konkurrenten Samsung vorzugehen. Das ist nicht Think different. Das ist old school Microsoft Verhalten. Dafûr habe ich nicht mitgeholfen, euren Saftladen zu retten, indem ich eure Rechner gekauft habe. Wenn außerdem noch bei zdnet gemeldet wird, dass der neue iMac so konstruiert ist, dass man fast nichts nachrüsten kann. Geschweige denn reparieren. Da muss danngleich die ganze Platine getauscht werden. Macht die Reparatur teurer und „fuckt“ die Kunden aufs Äußerste ab. Aber das ist ja egal. Apple verstand sich ja schon immer als Premiumprodukt, und wer so knickerig ist, dass er sich keinen neuen Apple zukegen will, nur weil innen drin was kaputt ist, der muss dann halt bei der Reparatur bluten. Auch dafür habe ich Apple nicht immer verteidigt. Gegen die Dummen, die Bornierten, die Windows-User. Aber die Kunden durch Sollbruchstellen in den Geräten und überteuerte Reparaturen zu verärgern, ist nicht erfolgversprechend. Jeder Höhenflug fundet seine Neider und seine Kritiker. Und wenn jetzt auch die EU-Kommission prüft, den Verkauf von Apple iPhones und iPads untersagen zu wollen, weil die Akkus fest verlötet sind und man schlimmstenfalls das Telefon wegschmeissen muss, wenn der Akku hinüber ist, dann finde ich das richtig. Apple hat sich in den vergangenen Jahren hin zu dem entwickelt, was ich schon immer an Microsoft schlimm fand: ein kapitalistischer Dinosaurier. Mit teilweise guten Produkten zwar, aber einer furchtbaren Kundenpolitik. Und dass sie offenbar das ganze Think different Geschwaller hinter sich gelassen haben mag ein Segen sein. Weil man sich jetzt nicht einreden muss man macht irgendwad anders als die anderen, wenn man ein Apple Gerät kauft. Apple User sind wie alle anderen auch. Sie machen einen Konzern reich.