Tausende Schriften und eine Richtige

Tausende Schriften und eine Richtige

“Sprache wird durch Schrift erst schön” heißt es in einem beliebten Blindtext. Erst durch die Gestaltung eines Textes wird er für den Leser erfassbar und verständlich. Dies bedeutet für denjenigen, der einen Text setzt und ihm durch die gewählte Schrift erst sein Aussehen verleiht, dass er große Vorsicht walten lassen muß, welchen Font er genau auswählt. Nicht jede Schrift eignet sich dazu, um längere Texte abzubilden. Ist das Schriftbild zu offen, wie z.B. bei der Futura, ergibt sich für den Leser kein zusammenhängendes Bild. Wenn hingegen die Schrift zu dunkel ist, wie es bei fast allen fetten Schnitten (Bold) der Fall ist, dann wirkt der Text schnell wie eine dunkle Gardine über der Seite. Deshalb ist es wichtig, bereits bei der Planung eines Gesamtheitlichen Bildes für ein Unternehmen auf die Schrift zu achten, die man verwendet. Ist sie zu wuchtig, erschlägt sie die Werbebotschaft, die man eigentlich unters Volk bringen will. Und ist die verwendete Schrift widerum zu leicht, dann fliegt die Message davon, bevor sie die Zielgruppe erreichen kann. Es hängt also bereits vor der Planung einer grafischen Sprache viel an der Wahl der verwendeten Schrift. Viele Schriften, die auf einer Überschrift, als Auszeichnung in einem längeren Text oder bei der Verwendung in einem kurzen Wort gut aussehen, müssen nicht zwangsläufig auch in einem Fließtext ebenso gut aussehen. Es kann also auch sein, dass ein gewählter Font nicht gleichzeitig für die Headline und den Fließtext benutzt werden kann. Das widerum ist typografisch mitunter schwierig, weil man nicht so ohne weiteres Schriften mischen sollte. Oftmals findet man, dass viel zu viele Schriften auf einer Seite, in einer Anzeige oder einem Prosprekt verwendet werden. Dies kommt wahrscheinlich aus dem Irrglauben, dass “viel viel hilft”. Das ist aber nur halb richtig. Häufig geht eine solche Aneinandereihung von Schriften, die alle nur dem Erhaschen von Aufmerksamkeit dienen, zu Lasten der Lesbarkeit und der Klarheit. Und das wiederum stellt eines der Hauptprobleme dar: viel zu oft wird mehr gewollt als erreicht und dabei geht die Information, die eigentlich Ihre Kunden anlocken soll, weil diese Ihre Botschaft lesen und auch verstehen, unter. Und weil Kunden, die eine Botschaft nicht verstehen, auch wenn sie nur so simpel sein mag wie “Komme und kaufe”, leider auch nicht kommen, und kaufen, muß man gerade in einem frühen Stadium der Werbung aufpassen, dass die eigentliche Message auch verstanden wird: Sprache wird durch Schrift erst schön. Sie muß aber auch verständlich und leserlich bleiben.