Fürs Fernsehen bezahlen – Wieso eigentlich?

Fürs Fernsehen bezahlen – Wieso eigentlich?

Es soll sie ja wirklich geben: die Leute, die fürs Fernsehen nicht nur die gesetzlich verlangte GEZ-Gebühr entrichten, sondern obendrein auch noch für den Empfang weiterer Sender bezahlen. Vorreiter hierfür ist der Pay TV Anbieter Sky, der bis vor wenigen Jahren in Deutschland noch unter dem Namen Premiere firmierte.Ich habe selber mal zu dieser Gruppe gehört, weil ich das Sportangebot aus beruflichen Gründen gebraucht habe. Ich habe damals Sportevents live fürs Internet getickert, also das Spielgeschehen journalistisch in Worte gefasst und im minutentakt ins Netz geschickt. Ein guter Job für jemanden, der gerne Fußball und Formel 1 guckt. Der angenehme Nebeneffekt war, daß zu dem Sport-Paket, das ich gebucht hatte, auch das reguläre Spielfilm-Paket dazu kam und ich so in den Genuß einiger neuer Filme kam. Weil man bei Sky für den Empfang des Programms bezahlt, wird man nicht wie bei den privaten Fernsehanstalten genötigt, sich alle gefühlte 15 Minuten die stupide TV-Werbung anzuschauen, sondern kann wie in den besten öffentlich-rechtlichen Zeiten einen Film ohne Unterbrechnung genießen. Allerdings isnd heutzutage viele Menschen so sehr konditioniert, daß sie sich schon garnicht mehr ohne Pinkelpause auf einen Film von 90 Minuten Dauer einlassen können. Was ich mich dann aber nach Ende dieses Auftrages gefragt habe, ist ob man das überhaupt braucht, ob ich das überhaupt brauche. Natürlich ist das fein, wenn immer ein guter Film im Fernsehen verfügbar ist und man so ziemlich immer, wenn man die Glotze anmacht etwas Gutes sehen kann. Aber muß das sein? Wo bleibt der Reiz des Wartens auf die Ausstrahlung? Die Vorfreude auf das Ereignis? Wenn etwas verknapptes wie ein Blockbuster Film, der noch nicht mal in der Videothek erhältlich ist, jeden Tag drei Mal bei Sky läuft und man bei entsprechendem Konsum den Film  schon fast auswendig mitsprechen kann, bevor die Anderen ihn sich aus der Videothek holen konnten, wo ist da der Reiz? Abgesehen davon frage ich mich, wer sich das wirklich leisten kann? Diejenigen die die Zeit haben, die Filmpalette, die Sky einem bietet, zu schauen, können sich mit Sicherheit die 50 Euro, die monatlich für das Abo aufgerufen werden, nicht ohne weiteres leisten. Und die, für die der Betrag problemlos bezahlbar wäre, haben keine Zeit. Da frag tman sich, wieso Sky weiterhin die Abonnements so teuer hält. Wieso sie die Preise nicht senken und versuchen, die Verluste durch höhere Abonnentenzahlen zu kompensieren? Aber wahrscheinlich muß man erst Wirtschaftswissenschaften studiert haben, um das zu verstehen. Oder einfach nur das Kommutativgesetz in der Mathematik verstanden haben, dass ein Kunde, der 50 Euro zahlt genauso viel Geld in die Kasse bringt, wie zwei Kunden, die jeweils nur 25 Euro zahlen. Aber mit dem geringeren Preis die Attraktivität des Abos für einige Leute steigt, und damit auch die Aussicht, das Unternehmen mal in die schwarzen Zahlen zu führen.