Über die schlechten Bücher anderer meckern kann jeder. Besser machen tun es die meisten Leute aber selten. Wer aber keine Lust hat, weiterhin nur über das schlechte Geschreibe der Anderen zu jammern und stattdessen seine eigenen Werke veröffentlichen möchte, kommt um die Gründung eines eigenen Verlags kaum herum. Wie aber gründet man aber einen Verlag?
Im Grunde genommen ist die Gründung eines Verlages nicht anders als die Gründung irgend eines anderen Gewerbes. Man geht zur Gemeindeverwaltung und teilt denen mit, was man vor hat und bekommt einen Gewerbeschein. Fertig.

Zumindest formal ist damit schon der wichtigste Schritt getan. Allerdings hat man damit nur die Grundlage geschaffen, denn das was einen Verlag erst interessant macht, kommt erst dann wenn man sich beim Börsenverein des deutschen Buchhandels gemeldet hat und dort als Verlag registriert wurde.

Mit einer Kopie des Gewerbescheins meldet man sich bei der Agentur für Buchmarktstandards und beantragt die ISBN dort. Die Agentur mit dem etwas hochtrabenden Namen ist die deutsche Vergabestelle für solche Nummern. Nur dort kann man als Verlag, der in Deutschland registriert ist, ISBN beantragen. Diese Anmeldung ist natürlich nicht kostenlos, zur Zeit kostet die erstmalige Anmeldung als Verlag 139,- Euro zzgl. Mwst. Die Beantragung von ISBN kostet dann auch nochmal. Je nach dem wieviele Nummern man nimmt nochmal zwischen 70,- Euro und 150,-.

Bei solchen Kosten, die man im Voraus zahlen muss, sollte man es sich natürlich überlegen, ob man den Schritt zur Verlagsgründung gehen möchte, oder nicht. Wenn man tatsächlich mit dem eigenen kleinen Verlag Umsatz machen möchte und die investierten Kosten über den Verkauf der eigenen Bücher wieder herausbekommen möchte, muss man natürlich viel mehr unternehmen, als wenn man das Ganze gleich nur als Zuschussgeschäft sieht, aber mit mehr Spaß.

Ich habe es genau so gemacht: mein Tilda Verlag ist primär ein Spaßprojekt, dass sich womöglich mit dem Verkauf von Büchern ein wenig refinanziert und über Einnahmen von der Verwertungsgesellschaft Wort Umsätze erwirtschaftet, aber großartige Erwartungen daran habe ich nicht.

Kategorien: Diverses

1 Kommentar

elle · 28. März 2014 um 13:05

Das ist ja mal ein gelungener Artikel. Ich war prompt bei Amazon und hab mir das Büchlein angesehen. Ist bestimmt ein nettes. Vielleicht landet es tatsächlic bald im Einkaufswagen.

Was ich bei dem Artikel allerdings vermisst habe, war ein Hinweis darauf, wie man sein Buch gedruckt bekommt. Aber – na klar: bod

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