Akustische Logos

Akustische Logos

Mancheiner hört heutzutage noch Radio und ballert sich nicht ausschließlich mit dem iPod zu. Diejenigen von uns, die sich noch mit dem Radio-Programm herumschlagen, werden die periodisch wiederkehrende Werbung kennen. Irgendwann kennt man den Wortlaut auswendig. Mein Sohn zum Beispiel kann Fernsehwerbung mitsprechen, aber das ist ja nur die in der Glotze. Was mich sehr oft nervt, ist die Radiowerbung. Der Typ, der die Reklame für das Müsli spricht und es schafft, innerhalb von fuffzehn oder zwanzig Sekunden den Namen „Seitenbacher“ gefühlte 30 Mal aufzusagen, der nervt schon sehr. Der Typ, zusammen mit einer anderen Unart der modernen Radio-Reklame: dem akustischen Logo. Nun wird nicht jeder auf Anhieb verstehen, was das ist, aber jeder kennt’s – das sind diese kurzen, knackigen Melodien, die am Ende eines Spots kommen: ding ding ding ding jedes Mal wenn die Prozessorenschmiede Intel genannt wurde. Oder ding ding ding ding ding bei der Telekom. Die waren glaub ich sowieso die Ersten, die das flächendeckend gemacht haben. Aber mittlerweile machen das alle. Und man wird mal wieder mit einer eigentlich sehr guten Ideen auf dermaßen breiter Front zugepflastert, daß man einfach keinen Bock mehr hat, zuzuhören. Bock hat man ja sowieso nicht, aber dann noch weiterzuhören. Bei dieser penentranten Form der Werbung hat man eigentlich keine Lust mehr, Radio zu hören, und das sollte meinen Reklame-Kolegen eigentlich zu denken geben. Weil wenn keiner mehr die Werbung rezipiert, dann wird sie irgendwann nicht mehr gebucht… Und dann muß sie auch keine rmehr machen. Und spätestens dann gehts meinen Kollegen an den Geldbeutel. Ich bin mir aber sicher, wenn das eintreten solte, wird dann der Seitenbacher-Mann alle Werbungsprüche aufsagen. Und dann steige ich komplett aufs iPod um.