Webdesign Tendenzen für 2013

Webdesign Tendenzen für 2013

Der Glossy Style ist tot. Auch dreidimensionale Buttons und Effekte sind ausgelutscht. Das neue Design von Microsofts Windows 8, der Modern UI Style, zeigt ganz eindeutig, in welche Richtung sich nicht nur das Webdesign entwickeln wird: die vollfarbigen Flächen kommen wieder. War es noch vor wenigen Jahren der allerletzte Schrei, möglichst viele Schatten und 3D-Effekte ins Blickfeld des Betrachters zu bringen und den Eindruck zu erwecken, die Elemente der Website seien gleichsam in Stein gemeißelt, so ist das jetzt vorbei. Auch wenn es einem als Microsoft-Hasser, oder sagen wir es diplomatischer: als Mac-User, nicht gefällt: der Microsoft Modern UI Style, der nicht Metro genannt werden darf, gibt die grafische Richtung vor. Apple hat uns mit Carbon die Gestaltung der Jahre 2000 bis heute vorgegeben, aber diese Marschroute gilt heute nicht mehr. Seien wir doch mal ehrlich: den Web 2.0 Style mit seinen 3D Buttons, dem Glossy Zeug das aussieht als wäre es mit Hochglanzlack angestrichen und mit Theaterscheinwerfern beleuchtet, den ganzen Kram kann doch kaum noch einer sehen. Es war mal was besonderes, eine Seite mit diesen Hochglanz-Effekten zu sehen. Geradezu aufregend. Aber jetzt, wo man dieses Glossy Zeug überall sieht, wo jede Seite nicht nur die gleichen Hochglanz Buttons hat, wo man dich die Hochglanzbuttons mit passendem CSS gleich auf Knopfdruck im passenden Farbton anfertigen lassen kann, ist da nichts besonderes mehr. Es ist beliebig. Fast alle Seiten haben die gleichen Glossy Buttons, die gleiche dreidimensionale Navigation, wahrscheinlich sogar den gleichen dämlichen Beta-Schriftzug im Logo. Dabei fragt man sich auch nur am Rande wieso „Beta“, aber das lasse ich mal außen vor. Glossy, Hochglanz und Beta sind tot. Sie haben sich überlebt. Was kommt also jetzt? Ich denke, das Platzen der Internet-Blase war das Ende des Web Version 1. Das war damals auch tot, weil keiner mehr dachte, dass sich damit jemals wieder eine Mark verdienen ließe. Es fehlten die Investoren und es fehlten die Inhalte. Es fehlte überhaupt eine Begründung. Doch die fand sich mit dem Aufkommen des Web 2.0, mit der Interaktion der Webseiten mit ihren Benutzern. Dadurch dass die Leute, die vor dem Rechner sitzen etwas eingeben, muss es der Webmaster nicht mehr machen. Keine, oder kaum, Arbeit investiert und trotzdem eine Leistung dafür bekommen. Das ist wahrer ROI. Was jetzt kommen muss ist das Web 3.0. Die Zeit ist reif für Seiten mit neuen Inhalten, einem neuem Look und einem veränderten Anspruch. Microsoft gibt uns mit dem Modern UI Style ja jetzt das Design fürs Web 3.0 vor, jetzt liegt es an den Webmastern und Content Schreibern die Seiten mit einem neuen Geist zu erfüllen. Nur: wohin geht die Fahrt? Web 1.0 war Information, Web 2.0 ist Interaktion. Was wird das Schlagwort des Web 3.0?