Neulich las ich bei meinem Blogger-Kollegen Achim Schafrinna im Designtagebuch, dass der Softwaregigant Microsoft seiner Spielkonsole XBox ein neues Logo verpasst. Nach allerlei Glossy-Looks und 3D Anmutungen markiert dieser Schritt die Rückkehr zu grafischer Sprache ohne dreidimensionale Formen. Was heißt das nun?

London 2012 logo

Eigentlich nichts, und doch irgendwie ziemlich viel. Nach Jahren, in denen der dreidimensionale Style total hip und angesagt war, ist das so etwas wie eine Trendwende weg vom gelackten, angestrahlten Grafik-Design zurück zu einer einfarbigen, zweidimensional-platten Designsprache. Schaut man sich beispielsweise das Logo der Olympischen Spiele 2012 in London an, dann sieht man das hier schon sehr plakativ grafisch gearbeitet wurde. Böse Zungen haben zwar behauptet. das Logo von London 2012 sehe aus, als würde Lisa Simpson aus der Zeichentrickserie ihrem Bruder Bart einen blasen, aber das tut nichts zur Sache. Das Logo versucht vielmehr einen Ausweg aus der Lack und Glossy-Ecke aufzuzeigen. Chaotische Formen, die erst beim zweiten Hinsehen die Zahl 20/12 ergeben. Die Designer haben hier außerdem die Chance ergriffen, ein neues Farbspektrum aufzugreifen und auch gleich einem Milliardenpublikum zu präsentieren.

Microsofts Modern UI als Preview

Microsofts Modern UI als Preview

Ähnlich verfährt nun auch ausgerechnet die Softwareschmiede Microsoft: waren sie in der Vergangenheit irgendwie immer hintendran mit ihrer Innovationsfähigkeit (Windows kam nach Apple MacOS und Atari TOS auf den Markt; Microsoft’s Internet Explorer konnte lange Zeit keine moderne Technologien wie HTML4 oder CSS korrekt interpretieren u.a.) setzt sich MS nun an die Spitze der Avantgarde und präsentiert mit seinem Betriebssystem Windows 8 und dem dazu gehörigen Look Metro (Modern UI) einen sehr frischen neuen Look.

Logo der Olympischen Spiele 1972 München

Logo der Olympischen Spiele 1972 München

Vergleicht man die Optik des Modern UI Styles von Microsoft mit dem Logo der Olympischen Spiele 1972 in München, dann erkennt man einige Parallelen: es sind klare Formen auf pastelligem Hintergrund. Offenbar haben die Microsoft Designer sich die eine oder andere Idee aus dem grafischen Fundus von früher geholt, und das ist gut so. Der ewige 3D Style sieht zwar edel aus, nervt aber mit der Zeit. Web 2.0 war geil, solange es noch Avantgarde war. Mittlerweile ist es beliebig, weil’s jeder macht und jeder irgendwie erwartet.

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Flat Design in aller Munde | Netz-Akrobaten


2 Kommentare

Einführung: Flat Design und Responsive Webdesign Layouts | SEOux Indianers Onlinemarketing Blog · 19. April 2013 um 12:35

[…] Flatdesign. Microsoft waren es übrigens, die mit ihrer “Designsprache” namens Metro angefangen haben. Metro heißt jetzt inzwischen Modern UI (moderne grafische Benutzeroberfläche). Hier noch schnell […]

Webdesign Tendenzen für 2013 | www.toalster.de · 29. November 2012 um 07:06

[…] wenn es einem als Microsoft-Hasser, oder sagen wir es diplomatischer: als Mac-User, nicht gefällt: der Microsoft Modern UI Style, der nicht Metro genannt werden darf, gibt die grafische Richtung vor. Apple hat uns mit Carbon die Gestaltung der Jahre 2000 bis heute vorgegeben, aber diese […]

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