Internet Druckereien beauftragen

Internet Druckereien beauftragen

Vor Jahren unterhielt ich mich mit einem Geschäftsführer eines Belichtungsstudios in Frankfurt, die einen Grafiker suchten, der bei ihnen die Reinzeichnungsarbeiten erledigen sollte. Während des Gesprächs erläuterte er mir, wie er die Lage im Designbereich sah und wie damals platzende Dot Com-Blase den Markt beeinflussen könnte. Und dann sprach er plötzlich von PDF als kommendem Datenaustauschformat. Zwar gab es das Portable Document Format (PDF) von Adobe damals schon seit einigen Jahren, es war aber noch lange nicht so verbreitet wie jetzt. Grafikagenturen und Reinzeichnungen wurden damals noch mit offenen Dateien abgegeben, d.h. dass die Dokumente mit allen verknüpften Dateien wie Schriften und Bildern abgespeichert und auf einem Wechselmedium an den Belichter übergeben wurden. Das war alles noch in der Steinzeit des digitalen Grafikdesigns. Da waren gerade die ersten Bleisetzer und Grafiker, die noch gelernt hatten, mit dem Rapidograph zu arbeiten, auf den Computersatz umgestiegen. Sie hatten dann oft das Flaggschiff des DTP, die Apple Quadra 840AV, die damals gut 10000 DM kostete. Die fertig gestalteten Dokumente wurden dann vom Belichtungsstudio über einen speziellen Laserbelichter auf Filmmaterial belichtet. Dieser wurde dann in der Druckerei auf Druckbögen montiert und wiederum photomechanisch übertragen sodass eine Druckmatrize entstand. Diese konnte dann in die Druckmaschine eingespannt werden und los ging’s. Diese ganzen Arbeitsschritte waren notwendig, um eine Idee vom Entwurf bis zum gedruckten Ergebnis umzusetzen. Und dann setzte sich der Digitaldruck durch, der einige dieser Schritte überflüssig machte. Heute lassen sich Druckvorhaben durch die Verwendung bon PDFs weitaus leichter umsetzen. Es ermöglicht auch Nicht-Grafikern, Entwürfe am Computer zu gestalten und per Internet in Auftrag zu geben. Automatisierte Webseiten lassen nach sdem Dateiupload Skripte laufen, die die PDFs auf Inkonsistenzen hin untersuchten und potentielle Fehler beim Drucken vorher erkennen. Das verhindert teure Fehlschläge wie sie noch früher passieren konnten. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Belichtungsstudios in der Lage waren, die offenen Dokumente zu verändern. Das konnte einerseits vorteilhaft sein, wenn etwa noch Last Minute Korrekturen notwendig waren, bedeutete aber auch dass der Gestalter das Dokument nicht unveränderlich abspeichern konnte. Ja, es auch nicht durfte. Heute nutzen viele Vollzeit-Designer wie auch talentierte Laien Digitaldruck von den verschiedenen Internet-Anbietern, um Flyer, Plakate, Einladungen und Visitenkarten drucken zu lassen. Ausserdem lassen sich per Digitaldruck auch sehr bequem Bücher in Kleinauflagen, Poster und Broschüren umsetzen. Da hatte der Chef des Belichtungsstudios damals recht, denn die Daten werden bei diesem Verfahren am Computer als PDF gespeichert und mit allen verwendeten Dateien an die Digitaldruck-Website übertragen. Mit der Einführung von digitalen Signaturen können sogar Veränderungen unterbunden werden. Eine grosse Erleichterung und ein Beitrag zur Datensicherheit und Designtreue.